Auf meinem Balkon wohnt ein Troll.

Nein, ich bin nicht wunderlicher geworden als ich es schon immer war, aber: Auf meinem Balkon wohnt ein Troll, oder zumindest das, was von ihm blieb.
Ich glaube, jetzt bin ich doch mal eine Erklärung schuldig.

eine Schafpostkarte mit meinem Lieblingsspruch

Gestern und Vorgestern bekam ich Post. Zuerst war es eine Schafpostkarte von Karin Braun. Woher sie wusste, dass der Spruch darauf mein Lieblingssprichwort ist, weiß ich nicht. Sie muss es geahnt haben.

Am nächsten Tag bekam ich von Karin noch eine Buchsendung, „Mit Espen Aschenbengel im Land der Trolle“. Wie Espen zu seinem Namen kam, ist eine besondere Geschichte, wie ich dem Vorwort des Buches entnehmen konnte. Vielleicht erzähle ich sie mal noch.
Dreißig norwegische Märchen von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe beinhaltet das Buch. Die beiden Freunde bereisten ganz Norwegen, ließen sich Märchen erzählen und veröffentlichten diese 1841, angeregt durch die Brüder Grimm. (Peer Gynt z.B. dürfte jedem ein Begriff sein.) Von den 150 Märchen der Sammlung hat Christoph Kloft 30 Märchen ausgewählt und herausgegeben. Übersetzt wurden sie von Åse Birkenheier. Sie bekam viel Lob dafür. Ich stelle mir das schwer vor, die typisch norwegischen Dinge zu erhalten und sie in der Zielsprache verständlich machen zu müssen.

der Troll auf dem Balkon, oder das, was von ihm blieb

Espen Aschenbengel ist zu vergleichen mit unserem Aschenbrödel. Das zeigt mir doch, dass Märchen auch über Ländergrenzen hinweg erzählt wurden.

Trolle spielen in den norwegischen Märchen eine große Rolle. Sie leben im Berg, aber auch mal außerhalb. Sind sie nicht wieder im Berg zurück, bevor die Sonne aufgeht, platzen sie und verwandeln sich in einen Stein. In Norwegen gibt es viele  Steine.
Wo der Stein auf meinem Balkon herstammt, weiß keiner so recht. Vielleicht hat ihn ein Gletscher der Eiszeit mitgebracht. Aber ich bin überzeugt, dass das mal ein Troll gewesen ist. Den Stein werde ich mitnehmen, wenn ich Kindern diese Märchen vorlese. Und vorlesen werde ich, denn ich finde die Märchen ausnahmslos schön.

Danke, liebe Karin. Das ist auf alle Fälle eine mächtige Anregung.

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