Zumindest der Hopfen ist noch nicht verloren.

Ich bin schon irgendwie gemein.
Als der Hopfen an einem Sportplatz in Leipzig-Lindenau gerade zu blühen anfängt, da komme ich daher gelatscht und zwacke mir ein Stück davon ab. Ich möchte im nächsten Jahr Zapfen ernten. An der stark befahrenen Straße geht das nicht. Die Stücke von der Hopfenranke habe ich ins Wasser gestellt und siehe da, sie beginnen zu wurzeln. Der Lebenswille der Pflanze fasziniert mich.

die Hopfenzweige wurzeln

Für einen Moment lenkt mich mein Pflänzchen ab von dem, was mich gerade plagt.
Man sagt immer so, dass eine ganz schlimme Killer-Phrase nicht nur in der Kreativwirtschaft ist: „Wir haben das schon immer so gemacht.“
Wenn ich mir den Wahlkampf so ansehe, wenn ich mich doch mal dazu durchringe, dann finde ich das dort wieder. Es wird sich nichts ändern und nichts wird besser.

Ich habe mich sehr zurückgezogen. Mein Wahlverhalten wird kein Plakat, kein „Kanzlerduell“ (haha!) oder Sonstiges ändern. Also muss ich mir das nicht antun, weder mit dem Strunz seinem Gelaber im Fernsehen, noch mit den ewig stupiden Kommentaren im Netz versehen.
Ich überlege mir lieber „Was, Wenn, Dann“.

Nassfilzen in der Küche

Tolle oder aufregende Sachen habe ich gerade nicht zu berichten. Ich werkele halt still vor mich hin. Ich möchte gerne meinen Kräuterkorb nehmen und sammeln gehen. Die einsamen Wege in Leipzig mag ich aber gerade nicht gehen. Darüber reden kann man kaum, weil sich Meinungen so zugespitzt haben, dass es nur noch Schwarz und Weiß gibt und fast nichts dazwischen. Es stört mich sehr. Mein kleiner, zäher Hopfen muss mich gerade ein bisschen trösten.

Ach ja, meine beiden Sitzfellchen habe ich verschenkt an eine Freundin, die gerade mit dem Krebs kämpft. Sie hat sich sehr gefreut und das alleine war alle Mühe wert.

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