Hopfenernte in der Nähe von Zeitz. Das grüne Gold wird eingefahren.

„Habt ihr Handschuhe mit?“
Na nee! Es hatte uns keiner gesagt, dass wir zur Hopfenernte welche mitbringen sollten. Die Frau mit Gummistiefeln und Kopftuch zuckte mit den Schultern.
„Dann kommt halt mal mit“, sagte sie und stapfte uns voran zum Feld.

So war das, als ich ganz jung war: Wenn man Erntehelfer brauchte, dann schwärmten die größeren Schüler aus. Ich liebte solche Tage, weg aus dem Schulmief. Diesmal waren es keine Äpfel und auch keine Kartoffeln, diesmal halfen wir bei der Hopfenernte.

Gleich hinter meinem Heimatort beginnt Sachsen-Anhalt und noch einige Dörfchen weiter waren die Hopfenanbaugebiete. (Hinter dem Link verbirgt sich einiges Lesenswerte über die Region.)
Eigentlich sieht man das Anbaugebiet schon von Weitem. Die langen Stängel der Hopfenpflanzen hatte man allerdings schon von den Stangen heruntergezogen. Sie warteten jetzt auf uns, dass wir die Dolden in große Körbe pflückten.

Man sagt, dass der Hopfen reif ist, wenn er raschelt. Ich weiß nicht mehr, ob und wie es damals raschelte, ich ärgerte mich maßlos über meine braunen Hände. Mit Abwaschen war da nichts. Das musste rauswachsen.

Meine kleine Hopfenpflanze auf dem Fensterbrett hat schon feine Wurzeln. Bald werde ich sie in Erde setzen. Abgeschnitten und einfach in ein Glas mit Wasser gestopft hat sie dennoch geblüht und auch Dolden getrieben. Und was soll ich sagen? Sie rascheln. Es gab also eine kleine Hopfenernte auf dem Fensterbrett.

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