Bundestagswahl. Ich entschuldige und schäme mich nicht.

Es war wiedermal ruhig hier. Ich bin Netzaktivitäten vor der Bundestagswahl und auch unmittelbar danach bewusst aus dem Wege gegangen. Ja, die Ergebnisse habe ich mir schon angesehen und mir meine Gedanken gemacht. Nur wollte ich nichts zerquatschen lassen und auch keine Schuldzuweisungen hören. Das lähmt mich nur.

Ein politisch sehr aktiver Mensch, den ich sehr schätze, schreib heute auf fb:
„Entschuldigen Sie, ich komme aus Sachsen und ich schäme mich.“ Auch bei anderen habe ich das gelesen und ganz ehrlich, das ist mir ein bisschen sauer aufgestoßen.

Nein, ich werde mich nicht entschuldigen. Wofür auch?
Und nein, ich schäme mich auch nicht. Das müsste ich tun, wenn mein Handeln unredlich gewesen wäre. Aber das ist es nicht gewesen.

Das Wahlergebnis hat mich nicht wirklich überrascht. Ich bin viel unterwegs und höre zu, was die Leute sagen. Und so habe ich gemerkt, dass es brodelt im Land. Was hat man denn dagegen gesetzt? Immer nur gegen etwas zu sein, reicht nicht. Man muss für etwas kämpfen, den Leuten Perspektiven aufzeigen. Und zwar allen.

Worüber ich mir jetzt lieber Gedanken mache ist, wie ich mich am besten einbringen kann, dass die 12,6% irgendwann unwichtig werden. Ich möchte nicht über jeden Furz der A*D reden. Ich möchte auch keine doofen Witze darüber machen. Statt dessen würde ich lieber mit anderen von den 87,4% darüber reden, wie man unsere Gesellschaft besser machen kann. Vielleicht sind es nur kleine Dinge, die ich tun kann, aber viele kleine Dinge können ein großer Berg werden.

Mein großes Vorbild - auch nach dieser Bundestagswahl
Mein großes Vorbild.

Keine Angst, ich verharmlose nichts.
Bei uns in der Familie wurde viel darüber gesprochen, wie das damals war, vor 84 Jahren. Mein Großvater war ein strikter Gegner der Nazis, von Anfang an bis zum bitteren Ende 45. Immer war er aktiv. Nur in einem irrte er und das hat er auch immer wieder gesagt, nämlich mit seinen Aussagen „Das wird schon wieder.“, „Die sind doch nicht regierungsfähig.“, „Die zerlegen sich doch selbst.“ Nichts verschwindet von alleine, einfach so. Noch dazu, wo es auch mächtige Unterstützer gibt.

So! Und jetzt gehe ich wieder zur Tagesordnung über. Nach einer Bundestagswahl ist auch immer davor.

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