Eine Woche war ich in Klausur. Und was ist nun anders?

Eine ganze Woche war ich in Klausur, habe mich von den Netzwerken weitestgehend fern gehalten und hatte auch keine Lust zu bloggen. Eine Bloggerin schrieb kürzlich: Es ist das Jahr der verschluckten Worte. Stimmt.

Nicht nur die Bundestagswahl trieb mich um und wie danach die Schacherei um Macht los ging, ich habe auch genug private Baustellen. So hat mir eine medizinische Diagnose im wahrsten Sinn der Worte die Füße weggezogen und ich weiß, dass ich es nicht schaffen werde, so zu leben, wie ich mir das wünsche.

Trotzdem gibt es so viel Schönes:

  • Marion aus Niedersachsen hatte mir Wolle geschenkt, aus der eine ganze Menge geworden ist
  • Frau Momo will mir nochmal welche geben, die von einem Demeter-Hof stammt
  • Karin aus Kiel hat mir eine Karte geschickt mit dem Norddeutschen Grundgesetz. (Lachen tut so gut und manches sollte ich mir annehmen.)

Mädels, ich danke euch so sehr.

Ich habe nun beschlossen, mir eine Kardiermaschine zu kaufen. Das Geld werde ich mir borgen und gewissenhaft zurückzahlen. Für mich ist das sehr viel Geld, aber ich habe gelernt sehr bescheiden zu leben, wenig für mich auszugeben. Die Wolle einheimischer Schäfer möchte ich auch weiterhin verarbeiten, möchte darüber schreiben und dafür werben. Es muss nichts von „Sonstwoher“ und aus Massentierhaltung angekarrt werden.
Wenn ich mir ab und zu Kleidungsstücke selber herstelle und kein Geld ausgebe für den Erwerb, dann hat sich die Kardiermaschine mehr als gelohnt. (Seide und Rüschen passen eh‘ nicht mehr zu mir.)

Meine Winterbekleidung für die Füße ist schon mal fertig. Und jetzt stricke ich mir eine Mütze.
In Klausur gehen muss ich nicht noch mal. Es geht mir wieder gut.

waschen, kardieren, spinnen, stricken

11 Kommentare zu “Eine Woche war ich in Klausur. Und was ist nun anders?

  1. Liebe Gudrun,
    ich wünsche dir von Herzen alles Gute. Es macht mich ziemlich betroffen, was du da bezüglich einer medizinischen Diagnose andeutest.
    Eibe Kardiermaschine ist für dich sicher sehr sinnvoll, ich wünsche dir, dass du ganz viel Freude daran haben wirst. Von Herzen alles Liebe von:
    Beate

    1. Es hat mich auch betroffen gemacht. Ich war ständig bei Ärzten, wurde geröntgt, ins MRT geschoben und nun? „Das ist nun so.“ Es hat mich sehr betroffen gemacht und ich brauchte erstmal Zeit. Ergeben möchte ich mich nicht.
      Liebe Grüße und einen Streichler für die Fellnase.

  2. Schade, das wir nicht näher beieinander wohnen, sonst hätten wir uns die Kardiermaschine teilen können…. Kardiermaschinensharing sozusagen 🙂 Ich hoffe, es ist nichts wirklich bedrohliches, was Dir diagnostiziert worden ist. Ich muß gestehen, das ich mit solchen Andeutungen immer nicht gut umgehen kann… das lässt Fragen und Sorgen offen.
    Ich bin gespannt, was für eine Maschine es bei Dir wird. Ich gucke ja auch immer danach, aber da ich nicht so intensiv diesem Hobby nachgehe, scheue ich die hohe Ausgabe dann doch.

    1. Ich habe mir schon überlegt, die Maschine immer zu dir zu schicken, wenn du sie brauchst. Müssen wir das eben mit der Rohwolle ein bisschen planen. Das ist immer noch billiger als noch eine zu kaufen. Oder, du schickst die Wolle zu mir und ich kardiere sie dir. 🙂 Ich glaube, das ist einfacher.
      Dass du so weit weg wohnst, bedauere ich schon lange. Ein Spinnstündchen hätte ich schon mal mit dir gehabt. Ich nehme immer gerne von den Erfahrungen der anderen etwas mit.
      Bei mir ist das ein bissel mehr als ein Hobby. Ich klammere mich seit vielen Jahren daran. Es ist einfach Leben.

  3. Liebe Gudrun, wie schön, dass dich die Karte freut. Was immer die medizinische Diagnose besagt … ich hoffe, sie nimmt dir nicht deine Freude am Gestalten

    1. Die Karte hat einen Ehrenplatz an der Wand neben dem Schreibtisch. Dort sind schon Fotos von der Küstenwache und den Deichkiekern. 🙂
      Ach, luebe Karin, wenn ich in Bewegung bleibe, dann kann ich bestimmt noch lange gestalten. Ich hoffe es zumindest.
      Grüße nach Kiel.

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