„Da kannssu nix an machen.“

Das Norddeutsche Grundgesetz, welches mir Karin geschickt hat, habe ich mir so hingehängt, dass ich es sehen kann. Vielleicht erinnert mich das daran, mich nicht wochenlang über etwas aufzuregen, an dem ich eh nichts ändern kann. „Da kannssu nix an machen.“ Ja, manchmal ist das so.

Heute hatte ich ganz kurz über fb Kontakt mit einer, man kann schon fast sagen, Freundin. Sie meinte, dass sie im nächsten Leben auf der Hallig leben und Schafe züchten wird. Oh, da komme ich gleich mit. Alleine mit der Natur, das würde mir gerade sehr gefallen.
Ich hätte Hühner und Schafe, würde Wolle verarbeiten, stricken, weben und filzen und Nachbars Kinder betreuen. Platz brauche ich nicht viel. Ich brauche kein tolles Haus, würde auch noch alleine Feuer machen und den Ofen heizen. „Guter Rotwein“ reizt mich nicht, denn ich trinke keinen Alkohol. Aber einen Keller bräuchte ich unbedingt, damit ich die Vorräte für den Winter einlagern kann und vielleicht auch Rotwein für Gäste.

Ich wohne nicht naturnah, sondern in einem Mehrfamilienhaus in der lauten und sicher auch feinstaubbelasteten Großstadt. Ich kann hier nicht weg.
„Da kannssu nix an machen.“
Aber Wolle verarbeiten kann ich trotzdem und stricken, weben, filzen, mich selber versorgen, wann immer es möglich ist. Und träumen, träumen kann ich natürlich auch. Manchmal wird ein Stückchen davon wahr.

Bald zieht eine Kardiermaschine bei mir ein. Dann hört die Schinderei mit den Handkarden auf. Ich möchte die Wolle von einheimischen Schafen verarbeiten, von keinen aus Massentierhaltung und Qualzucht. Ich möchte davon schreiben und erzählen und vielleicht gewinnt dieser kostbare Rohstoff wieder mehr Beachtung. Den Schäfern und den Schafen würde es gut tun. Und uns auch.

Da kannssu nix an machen - ja und nein.
Meine Mütze aus selbstgesponnener Wolle ist fertig und passt prima zu meinen Socken.

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