Ich springe im Dreieck: Rudy ist bei mir eingezogen.

Kennt ihr Rudy Raffzahn? Nein? Moment, gleich.

Nun ist es richtig herbstlich geworden. Der Wind weht ganz ordentlich um die Häuserecken. Meine Bäume vor dem Fenster werden immer lichter. Ich werde den Igeln Haferflocken und Rosinen mitnehmen, wenn ich in den Garten gehe.

Es ist aber jetzt auch die Zeit, in der ich wieder mehr am Spinnrad sitze und in der ich mir den Platz drumherum besonders gemütlich mache. Die Ruhe, dieses bei mir sein,  genieße ich sehr.

gestrickte Mütze und Armstulpen aus selbstgesponnener Wolle

Socken, Mütze und Armstulpen habe ich fertig. Jetzt wage ich mich an größere Aufgaben. Mit der Zeit wird man halt kühn und die Schafwolle passt einfach zu mir. Ich möchte mir gerne Sachen selber machen.

Keine Ahnung, wie viele Kilo Wolle ich schon mit meinen alten Handkarden bearbeitet und für das Spinnen vorbereitet habe. Oh, das gab jedes Mal Muskelkater in den Händen! Die Handkarden werde ich nur noch in meinen Veranstaltungen brauchen, denn heute ist Rudy Raffzahn, eine Kardiermaschine, bei mir eingezogen. Das Schaf, dessen Wolle ich zuerst versponnen habe, hieß auch Rudy, war ein Merino und wohnte im Freizeitpark „Belantis“.

die Kardiermaschine Rudy Raffzahn

Ich war erstaunt, wie schnell Spinnrad-Walther geliefert hat. Die Maschine war sehr sorgfältig verpackt. Die Tischlerei liebt seine „Kinder“ und das spürt man.

Jetzt kann ich in aller Ruhe Wolle von einheimischen Schafen verarbeiten. Nicht dass das in den falschen Hals kommt: Ich möchte nur nicht, dass Wolle erst durch die halbe Welt gekarrt wird, dass sie aus Massentierhaltung stammt oder aus Qualzucht. Einheimischen Schäfern möchte ich den Rücken stärken, dass Wolle wieder wertvoll wird und nicht verschachert oder untergeackert werden muss.

Wer weiß, vielleicht habe ich ja doch mal noch ein Wollstübchen. Dann kann bei mir fleißig kardiert werden. Und gesponnen. Und gestrickt, gewebt, geknüpft … 🙂

Ach, jetzt gibt es erstmal ein Käffchen. Wollt ihr auch eins?

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