Die Kardiermaschine musste arbeiten. Farbrausch und Faserfieber.

Der Alltag hat mich wieder.
Eigentlich bin ich noch nicht fertig, die Wolle für meinen Pullover zu spinnen. Ich musste aber heute unbedingt und gleich die neue Kardiermaschine ausprobieren.

der Anfang

Vor einiger Zeit hatte ich Wolle geschenkt bekommen zum Filzen. So viele Abendrotbilder kann ich gar nicht machen, dass die Wolle jemals alle wird. Also beschloss ich, mir Wolle zu mischen.

Langsam und möglichst dünn und gleichmäßig ließ ich die Wolle in die Kardiermaschine hineinlaufen. Die beiden Walzen und eine Bürste an der Rückseite sorgen dafür, dass sich alles ordnet.

das Vlies abnehmen von der Kardiermaschine

Mit einem Abnehmstab lässt sich das Wollvlies an der Schiene aufreißen. Dann muss man es fassen, als würde man jemand am Zopf ziehen wollen. Das Vlies wird an der Seite der großen Trommel heraus befördert. Nachhelfen kann man mit der mitgelieferten Flickkarde, wenn Wolle auf der Trommel verbleibt.

der erste Durchgang beim Mischen in der Kardiermaschine

So sah meine Wolle nach dem ersten Durchgang aus.
Ich wollte die Mischung etwas gefälliger haben. Also habe ich das Vlies zerteilt und nochmal durch die Kardiermaschine laufen lassen. Mit jedem weiteren Durchgang werden die Farbabstufungen weicher.

Batts

Die von der großen Trommel abgenommenen Wolle habe ich locker zu Batts gewickelt. Das sind kleine, gemischte Faservliese. Man könnte natürlich statt „Batt“ auch gleich sagen „Fasermatte“, aber das klingt wahrscheinlich nicht so toll und wichtig.

Die Fasern liegen bei dem Batt nicht so stark und dicht parallel wie im Kammzug. Dadurch lassen sie sich ganz wunderbar spinnen. Die lila und blauen Kammzüge waren fest in ein Köfferchen gepresst, als ich sie bekam. Sie machten den Eindruck, dass sie schon einwenig verfilzt waren.
Durch das Kardieren habe ich eine feine Spinnwolle erhalten und ein Weilchen konnte ich im Farbrausch leben.

7 Kommentare zu “Die Kardiermaschine musste arbeiten. Farbrausch und Faserfieber.

    1. Es ist großer Mist, dass wir so weit auseinander wohnen..Eine Maschine würde für uns beide reichen. Mal sehen, wie sich das Maschinchen mit Rohwolle macht. Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit ihr.
      Grüße in den Norden.

      1. Ich glaube, es wird nicht mehr allzu lange dauern, bis so ein Maschinchen auch bei mir einzieht. Gerade für die braune Wolle, die ich gekauft habe, wäre das klasse. Die ist ein bißchen störisch, aber wunderschön.

  1. Hallo Gudrun, ich verstehe zwar nichts von der Technik dieser Maschine und will es noch nicht einmal, aber ich sehe die Wahnsinnsfarben, die da über meinen Bildschirm gleiten. Ich werde ganz wuschig, so schön sind sie.

    1. Ich habe mir den Platz geschaffen, in dem ich im Schlafzimmer über der Tür und an anderen ungenutzten Stellen, Wandregale habe. Die Wolle kommt in Kisten mit Deckel und ist so gut verstaut. Gut, ich muss mit einer kleinen Klappleiter da hoch, aber so ab und an geht das schon. 😊

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