Heimat. Da wo der Hase „Hose“ heißt.

Ach ja, die Heimat, die liebe „alle Heemt“.
Vor einigen Tagen schon hatte mir eine liebe Blogfreundin eine Karte aus dem Norden geschickt. Dass ich die Menschen dort, ihren Dialekt und ihren trockenen Humor sehr liebe, ist ja nun bestimmt schon bekannt. Als ich die Karte aus meinem Briefkasten fischte, fing ich lauthals an zu lachen. Das ist selten, dass mich der Inhalt des Briefkastens mich so sehr erheitert.

Zu Hause - HeimatDas Lachen hatte etwas derart Befreiendes für mich, dass es mir gleich gut ging. Sehr gut. (Danke, liebe Karin.)
In den letzten Tagen geisterten nämlich wieder Diskussionen im Netz über „Heimat“, die Begrifflichkeit und ob das nicht alles zu kleinlichen Sektierereien und Abschottungen führt.
Den einen platzt vor lauter Patriotismus fast die heimatliche Hose und die anderen zetern, wenn man auch nur den Begriff erwähnt. Beides bringt niemand weiter.

Sei’s drum. Ich denke schon, dass es eine Heimat gibt und geben muss, einen Ort, an dem man sich zu Hause fühlt, wo man manche Lieder besonders gerne hören mag und Traditionen gerne lebt. Mit Sektierertum hat das gar nichts zu tun und den Begriff „Heimat“ überlasse ich keinesfalls denen, die ihr Unwesen damit treiben wollen.

Urspünglich war meine Heimat dort,

wo der Hase Hose heißt und
die Hose Huse

Weiß es jemand? 😀
Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass der Sessel mit „mien Kuhl“ wo ganz anders stehen kann. Heimat ist eben das, wo ich mich zu Hause fühle.

10 Kommentare zu “Heimat. Da wo der Hase „Hose“ heißt.

  1. Liebe Gudrun,
    genauso empfinde ich es auch:
    Heimat ist da wo ich mich zu Hause fühle, angekommen, auch dort wo Freunde wohnen kann ein Stück Heimat sein. Eine Landschaft kann mir ein heimeliges Gefühl vermitteln.
    Sei lieb gegrüßt von Beate

    1. Stimmt, man braucht dieses heimeliges Gefühl. Wenn ich weggefahren war, hüpft mir richtig das Herz, wenn ich nach Hause komme. Es ist schön so.
      Und wer weiß, vielleicht ziehe ich irgendwann um. Dann ist eben dort meine Heimat. 😊

  2. Deine ursprüngliche Heimat müsste Mittelfranken gewesen sein. es war lange Zeit unsere 2. Heimat.
    Meine Heimat ist und bleibt, da wo meine Familie und ich leben, ich sogar geboren und groß geworden bin.
    Herzlichst
    Bärbel

    1. Ja, zwischen den Ostthüringern und der Region dort gibt es sprachliche Gemeinsamkeiten.
      Mit dem Heimatbegriff hatte ich in meiner Jugend so meine Probleme. Ich konnte das nicht richtig deuten. Vielleicht ist das so, wenn man jung ist. Heute ist Heimat für mich dort, wo ich gerne wohne, wo ich zu Hause bin. Meine Kinder sind leider alle ganz weit weg.
      Liebe Grüße an dich, liebe Bärbel.

  3. Ich glaube auch, dass Menschen eine Heimat brauchen. Besser gesagt: Ein Heimatgefühl. Heimat ist für mich nicht davon abhängig, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Früher dachte ich, wer braucht das? Heimat! Dann habe ich meine hier in Kiel gefunden und nun weiß ich wie wichtig es ist.

    1. Das ging mir früher auch so. Heute brauche ich dieses Gefühl und lass mir da auch nie wieder reinreden.
      Ich danke dir sehr für deine Karte. Sie hat einen Ehrenplatz neben meinem Schreibtisch.

  4. Liebe Gudrun, für mich hört sichs nach Erzgebirge an.?
    Ich finde, schon das Wort „Heimat“ hat so was. Das sagt doch so was gemütliches aus,oder vielleicht bringt es auch etwas aus der Kindheit zurück. Man kann natürlich auch eine „neue Heimat“ haben, also einfach den Ort zum Wohlfühlen und Gerneleben.
    LG Margarethe

    1. Nicht ganz, aber die richtung stimmt.
      Wenn wir Chorprobe hatten, mussten wir jedesmal erst mal Sprachübungen machen. „Haaaaase“. Immer wieder. Wir waren die, bei dem jeder Chorleiter „Zohnschmarzen“ bekam, wenn wir lis sangen. 😀
      Ich freue mich, dass man jetzt auch wieder die Dialekte erhalten möchte. Ich finde das gut.
      Herzliche Grüße an dich, liebe Margarete.

    1. Nee, nicht ganz, aber kurz davor. 😊
      Wenn ich zu Hause ankam und den Bahnhofssprecher hörte, dann war ich zu Hause: „Oldenburch, Oldenburch“
      Ich verstehe aber die Aarzgebirgler ganz gut.

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