Milchschafwolle und ein Taumel von Glückseligkeit.

Nach meinem DHL-Mann kann man die Uhr stellen.
Ich bekam heute ein Riesenpaket. Es wölbte sich schon an den Seiten, so viel war hineingestopft. Das Paket kam von Frau Momo, die mir einige Kilogramm feinste Milchschafwolle zum Geschenk machte.

ein Riesenpaket voll Milchschafwolle

Die Wolle war von einem Demeter-Hof, schön weich und gut geschoren. (Woran man gute Wolle erkennt, darüber schreibe ich ein andermal.) Natürlich sind das Tierhaare. Die Schafe gehen nicht erst ins Bad vor der Schur. Es riecht also ein bisschen.

Hach, der Geruch der Schafe.
Ich gebe zu, dass ich mich erstmal auf den Balkon in die Sonne gesetzt, die Augen geschlossen und den Geruch der Schafe aufgenommen habe. Fast war es wieder wie damals auf der Schafweide. Mein Sohn sagte, dass man mich mit den Schafen immer fand. Man musste nur der Nase nach gehen.
Ich habe dann mal in der Wetter-App nachgesehen. Hier um Leipzig war ein Loch in der Wolkendecke. Irgendwer hatte Sonne für mich bestellt. Und so saß ich und vergrub meine Hände glückselig in Schafwolle.

Ein Schäfchen war wahrscheinlich ein kleiner Fresssack. Die legen sich nämlich gleich mal obendrauf auf’s Kraftfutter und sammeln dabei auch genug davon ein in ihrer Wolle. Ich habe schon Routine darin, die Wolle auseinander zu ziehen und das heraus zu zupfen, was ich nicht drin haben möchte.

Milchschafwolle trocknet auf meinem Balkon

Die erste Wolle ist gewaschen und trocknet vor sich hin. Morgen ist auch noch ein Tag und auch, wenn es regnen sollte, bin ich auf dem Balkon mit den Händen in der Milchschafwolle. Mit der dunklen Milchschafwolle bin ich noch nicht fertig und es wartet noch ein Sack mit weißer Wolle auf mich.

Wie ich so gedankenverloren auf meinem Balkon wuselte, hörte ich plötzlich, wie unten Großeltern ihrem kleinen Enkel beibrachten, was Knallerbsen waren und was man damit machte. Meine Mundwinkel gingen bestimmt bis zu den Ohren.
Es war ein wirklich schöner Tag. Danke, ihr beiden Momos.

 

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