Strickwut und eine Frage, die mich beschäftigt.

Es tut mir gerade sehr gut, die Ruhe der Herbsttage zu nutzen. Die Abende sind wieder länger und ich sitze gerade sehr gerne am Spinnrad. Auch hat mich wieder die Strickwut gepackt. Socken und Hüttenschuhe sollen entstehen, schließlich ist bald Weihnachten.
Aus der braunen Milchschafwolle ist ein schönes weiches Garn geworden.

Ich mag gerade nicht viel im Netz sein und ich jage auch nicht jeder Nachricht hinterher. Es ist erstaunlich, wieviel doch noch durchdringt, die Meldung von den „paradise papers“, z.B. Mich packt Wut, wenn ich die Liste mit Namen von Privatpersonen und Konzernen lese, die fleißig und ohne Skrupel Geschäfte verschleiern und sich um die Steuern drücken. Wenn ich Beträge über einen Euro meinem „Amt der Ämter“ nicht melde, bin ich ein Sozialbetrüger, bekomme Post vom Staatsanwalt und werde sanktioniert. Was sind diese denn, einschließlich des Mannes, auf dessen verbissenes Betreiben das Hartz IV-Konstrukt entstand? Oh, wie viele Schulen könnte man bauen oder Straßen, Brunnen bohren, Kranke versorgen! Warum gibt es keinen kollektiven Aufschrei gegen die bodenlose und immer skrupelloser werdende Gier dieser Betrüger?

Heute habe ich erstmal meiner Strickwut nachgegeben, eine Strickprobe gemacht und den ersten Socken für eine Freundin angefangen. Sie sitzt im Rollstuhl und soll nicht frieren. Für mich eine gute Gelegenheit, wieder herunterzufahren.  shutdown

8 Kommentare zu “Strickwut und eine Frage, die mich beschäftigt.

  1. Gudrun, wenn ich all diese Bescheißereien, Betrügereien und andere missliche Dinge bis in oder an mein Herz ließe, ich würde auf der Stelle einen Herzinfarkt bekommen und umfallen. Es ist wirklich wie in dem Sprichwort: Die Kleinen jagen die Hunde, die Großen halten sich die Hunde (oder so ähnlich)
    Trotzdem gute Nacht!

    1. Ich versuche es, nicht alles mit zu bekommen. Und vieles ist ja nicht neu; das wussten wir schon vor 25 Jahren. Aber es regt mich manchmal so sehr auf.
      Mir geht es nicht um mich. Mir geht es darum, dass keiner eine Klimakonferenz machen muss, solange Profit an erster Stelle steht. Und so, wie die Grünen jetzt beim Geschacher um die Regierungsmacht ihre eigenen Wahlziele zurückschrauben, lässt mich die letzte Achtung verlieren.
      Ach, Schluss jetzt! Ich rege mich schon wieder auf. 🙂
      Liebe Grüße zu dir.

  2. „Sharing our personal illuminations through written word is among the most courageous acts one can perform. I salute you for baring yourself, giving yourself, opening your personal space to others.“

    Den Blogkommentar habe ich heute gefunden.

    Und genau das finden wir auf Deinen Seiten.
    Danke Gudrun für das Öffnen Deines persönlichen „Raumes“ und den Mut, in jedem Text Du selbst zu sein.

    Das ist etwas ganz Besonderers.

    Liebe Grüsse
    Anne

  3. ich glaube das dieser Aufschrei, den auch ich mir wünsche, nicht kommt, hat damit zu tun, dass die guten Menschen realisiert haben, dass es die die etwas ändern könnten, einen Dreck interessiert, wenn wir scheien.

    1. Ich habe in den letzten Wochen sehr mit mir gekämpft. Das war so eine Mischung aus Resignation und Aufbegehren.
      Ich bin schon der Meinung, dass man nicht schweigend und leise alles hinnehmen sollte. Rumschreien und Randalieren meine ich da nicht.
      So ganz vorsichtig wage ich mal zu sagen, ich habe etwas für mich gefunden.

  4. liebe Gudrun, ich habe zuerst „Stinkwut“ statt Strickwut gelesen, und das passt ja auch hier gut. Ja, die „Grossen“ die muessen die Steuern nicht wie Normal Buerger zahlen. Das kennen wir hier auch. Aber wehe, wenn du oder jemand „Normaler“ es nicht sofort macht. Ausserdem stimme ich hier Karin Braun genau zu. Sie hat es sehr gut beschrieben

    1. Liebe Vivi, so ging es mir selber, als ich den Beitrag noch mal las. Und du hast, Recht: Es passte. 😀
      Ja, Kapital ist gierig. Das war schon immer so, ist also nichts generell Neues.

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