Herbstruhe. Selbstgemachtes aus Rohwolle.

Ich mag die Herbstruhe gerade sehr:

  • keine hektische Hatz irgendwelchen Dingen hinterher,
  • kein Antreiben lassen, von nichts und niemand,
  • kein Aufregen, wenn irgendetwas anders werden muss als ursprünglich geplant.

Das gelingt bestimmt deshalb, weil ich losgelassen habe von vielem. Man spart viel Zeit, wenn man sich auf sich konzentriert und auf das, was einem gerade wichtig ist. Menschen, denen man selbst egal ist, die kann man auch weg lassen.

Herbstruhe vor dem Fenster

Ich sitze gerade viel am Spinnrad und wenn ich aufblicke, dann kann ich beobachten, wie sich die Blätter der Bäume vom satten Grün zu allerlei Verfärbungen wandeln. Ich staune, dass so viele Blätter den letzten Sturm überlebt haben. Jetzt allerdings wird es immer lichter. Da unten ist ein richtiges Paradies für Insekten und Kleingetier. Die Blätter dürfen nämlich liegen bleiben und so manches Gehölz auch.
Eines meiner nächsten Wollprojekte wird ein Herbstfarbengarn. Ich möchte mir die Natur zum Vorbild nehmen und verschiedenfarbige Wolle so mischen, dass es ein Herbstbild ergibt. Huettenschuhe

Als ich meine jüngste Tochter fragte, was sie sich zu Weihnachten wünscht, sagte sie: „Ich wünsche mir etwas Selbstgemachtes.“ Das berührt mich sehr, weil es mich an die Zeit erinnert, in der meine Kinder eifrig werkelten in ihren Zimmern und immer mal einer aus der Familie Zutrittsverbot hatte.

Nun sitze ich also an meinem Fenster mit dem schönen Ausblick und werkele vor mich hin, in der angenehmen Herbstruhe.
Da alle in der Familie eifrige Saunagänger sind, schenke ich bald Hüttenschuhe. Hier entsteht gerade die männliche Variante. Die Ledersohlen fehlen noch und ein bisschen Gestaltung. Clochard-Style will ich versuchen. Heute muss ich noch die restliche Wolle spinnen und wenn meine Katze nicht gerade wieder mit meinem Strickzeug abdampft, bekomme ich auch noch den zweiten Hüttenschuh fertig, von insgesamt sechs.

Es ist schön zu sehen, was aus einem Berg schmutziger Schafwolle entstehen kann.

 

8 Kommentare zu “Herbstruhe. Selbstgemachtes aus Rohwolle.

  1. Wie ich sehe, STEHEN selbstgestrickte Socken sogar vor dem Tragen. Allgemein heißt es doch immer: „Das steht ja vor Dreck“. Ich sehe, liebe Gudrun, du hast den Dreh mit der Sockenstrickerei raus.
    Ich habe mich heute beim Doppelkopf derartig geärgert, aber das ist nichts für hier, das kann ich dir lediglich am Telefon erzählen.
    Gute Nacht!

    1. Dann ruf mal an, wenn dir so ist.
      Die Socken stehen, weil ein Schuhrist drinnen ist. Ansonsten wäre das eine zusammengerutschte Socke von der traurigen Gestalt geworden. Beim Annähen der Sohle wird mir das auch helfen.
      Liebe Grüße an dich, und bitte, nicht so viel ärgern.

  2. Selbstgemachte Geschenke sind mir auch am liebsten. Vor allem, wenn sie einen Nutzen haben. Und das haben Hüttenschuhe. Überhaupt ist das Verarbeiten von Rohwolle fast meditativ. Ich liebe meine Stunden mit “ slow wool “ LG Gitta

  3. Liebe Gudrun,
    im Moment komm ich ja nicht so oft hier weg, und kann meist nur dort hin, wo ich Priska mitnehmen darf. Aber ein eifriger Saunagänger war ich schon. Deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen, dass deine Hüttenschuhe ein super gutes Geschenk sein werden.
    Ich würde die Hüttenschuhe gerne mal sehen, wenn sie fertig sind.
    Auch hier werden die Bäume immer lichter und die Ruhe kehrt ein.
    Kerzen und Tee stehen jetzt wieder hoch im Kurs.
    Alles hat seine Zeit und ich genieße es.

    1. Ich zeige die Hüttenschuhe nochmal, wenn sie fertig sind, dann auch die weibliche Variante.
      Kerzen und Teelichter sind hier auch wieder in Aktion. ich mag das gemütliche Licht am Abend.
      Dass du ohne Priska nicht gern weggehst, kann ich verstehen. Ich lasse Kleo auch nicht gern allein. Sie hatte gestern wieder einen „Rappel“. Es war gut, dass ich sie beruhigen konnte. Das ist nun mal so. Wenn schon ein Tier immHause, dann mit allen Konsequenzen.
      Ich grüße dich herzlich, liebe Beate.

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