Fuchsschaf, Kopfspindel und Hüttenschuhe.

Fuchsschaf, Hüttenschuhe und eine Kopfspindel – turbulent ging es heute bei mir zu.
Bei uns ist heute Feiertag: Buß- und Bettag. Spaßeshalber haben wir immer „Bett-Tag“ dazu gesagt und genau so wollte ich das auch halten heute. Aus einem Bett-Tag wurde allerdings nichts, denn mein DHL-Mann klingelte mich heraus. Gleich zwei Päckchen hatte er für mich.

Hüttenschuhe aus handgesponnener Milchschafwolle

In dem ersten waren die Sohlen für die Hüttenschuhe, die ich meinen Familienmitgliedern zu Weihnachten gesponnen und gestrickt habe. Das Annähen war gar nicht so einfach. Dauernd rutschte es mir weg und außerdem musste ich schnell noch dünnes, aber festes Garn zum Nähen spinnen. Ich glaube, ich habe ganz schön geflucht.
Nun ist das erste Paar „Clochard“ fertig. Ich freue mich und bin ganz zufrieden.

Kopfspindel

Das zweite Paket kam von Frau Momo. Sie hat mir ihre Handspindel, eine Kopfspindel, geschenkt und dazu noch Wolle vom Coburger Fuchsschaf und feinsten Münsteraner Tee. Die Spindel habe ich natürlich gleich ausprobiert. Warum das Ding Kopfspindel heißt und welches Garn ich damit vorhabe zu spinnen, das erzähle ich bestimmt später noch. Auf alle Fälle wird mich die Spindel begleiten, wenn ich Anfang nächsten Monats zur Hofweihnacht ins Volkskundemuseum Wyhra fahre.
Morgen werde ich endlich meinen Spinnrocken binden.

Wolle vom Coburger Fuschschaf

Vom Coburger Fuchsschaf die Wolle habe ich noch nie verarbeitet. Sie gefällt mir sehr mit ihrer unterschiedlichen Färbung. Mal sehen, wie viel ich spinnen kann. Vielleicht werden die „Mädchen-Clochard“ aus Fuchsschafwolle.
Herzlichen Dank, liebe Frau Momo.

Schön war der Tag heute. Ich habe meinen „Wollkram“ gemacht, in aller Ruhe und mit Bedacht. Meine Grünauer Geschichten sind bei der Redaktion angekommen und werden im Heft 2018 erscheinen. Und in den Winterferien darf ich in der Bibliothek in Plagwitz erzählen und zeigen, wie vom Schaf ein Faden kommt.
Mit dem, wie es gerade ist, kann ich zufrieden sein. Und ich bin es auch.

12 Kommentare zu “Fuchsschaf, Kopfspindel und Hüttenschuhe.

  1. Liebe Gudrun,
    sie sind wunderschön geworden, deine Hüttenschuhe und sind ein ganz besonders Geschenk.
    Ich freue mich über deinen Schlusssatz sehr!
    Ganz liebe Grüße sendet dir:
    Beate

    1. Mal sehen, ob sich die Beschenkten freuen. 🙂
      Meine Wollarbeiten machen mir gerade sehr viel Freude. Es ist viel Arbeit, aus einem Berg schmutziger Schafwolle etwas zu machen, aber wenn es dann fertig ist, macht das richtig glücklich. Wenn ich irgendwo warten muss, dann stricke ich. Schon bin ich in einer anderen Welt und nichts regt mich auf. Gut so.
      Liebe Grüße ab dich, liebe Beate.

  2. Was aus einem Bett-Tag doch alles werden kann .
    Da hat das Aufstehen doch gelohnt, oder ?

    Die Hüttenschuhe sind wirklich toll geworden, und diese Braune Wolle trägt sich auch herzallerliebst, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann 🙂

    1. Die Milchschafwolle ist wirklich schön. Ich verarbeite die sehr gerne.
      Ehrlich, mit DHL am Feiertag hätte ich nicht gerechnet. Den Zusteler kenne ich nun schon. Er kommt immer im Dauerlauf die Treppe hoch, im T-Shirt, egal wie kalt es ist.

  3. Ich hatte leider nicht mehr von dem Fuchsschaf. Aber freut mich, das sie Dir gefällt. Nächstes Jahr gibt es sicherlich wieder welche. Deine Socken sehen toll aus. Vielleicht sollte ich dem Gatten auch mal Sohlen drunter nähen 🙂

    1. Die Fuchsschafwolle ist wirklich schön. Im nächsten Jahr darf ich die Schur auf der Hallig nicht verpassen. Sag mir bitte Bescheid, falls ich mal wieder träume.
      Mal sehen, was meine Familienbande zu den Schuhen sagt und wie sie klar kommen. Ich sag dir mal Bescheid, ob es sich lohnt Sohlen zu kaufen. Im nächsten Jahr will ich mal versuchen, welche zu filzen.

  4. Gudrun, die Hüttenschuhe sehen klasse aus und ich kann mir lebhaft vorstellen, dass das Annähen der Sohle eine Viecherei war. Hatten die schon vorgefertigte Löcher, damit es nicht ganz so schwierig ist?
    Wenn deine Kinder bei dir mitlesen, ist es ja keine Überraschung mehr? 😉 – Egal, für solche Schuhe würde ich auch die Überraschung opfern.
    Liebe Grüße

    1. Ich glaube, meine Kinder lesen hier nicht. Die sind gerade alle so „eingespannt“, dass sie dazu keine Zeit und Nerven haben. Da kann ich schon mal schwatzen.
      Löcher waren vorbereitet, jedenfalls meistens. Aber mit einer Wollnadel da durch zu wurschteln war nicht ganz ohne. Der erste Faden, den ich hatte, war zu dick. Mit einem dünner Gesponnenen, mit Schieben und Zerren ging es dann.
      Grüße nach Berlin.

  5. Die Hüttenschuhe werden bestimmt Freude bereiten. Sie sehen so richtig schön wuschelwarm aus. Da gibt es bestimmt keine kalten Füße mehr 🙂
    Liebe Grüße von der Silberdistel

    1. Ich hoffe es sehr, liebe Silberdistel. Lange habe ich überlegt, nach Geschenken gesucht. Mal sehen, ob ich richtig lag.
      Herzliche Grüße an dich.

  6. Die fertigen Hüttenschuhe schauen wunderbar bequem und warm aus. Sind vorgefertigte Löcher in den Sohlen, damit eins sie einfacher annähen kann, oder müssen sie mit einer Ahle gestochen werden?

    1. Die Löcher waren schon da. Ich musste nur noch einen dünnen und etwas festeren Faden zum Nähen Spinnen. Mit einer Wollnadel ließ sich das gut machen.

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