Ich werde noch viel zu tun haben bis Weihnachten.

Die dritten Hüttenschuhe sind fertig, diesmal für ein Mädchen. Ich wollte sie auch etwas im Clochard-Stil haben. Dafür brauchte ich noch ein wenig grünes Garn. Fein, wenn man sich einfach so an das Spinnrad setzen und sich das fertigen kann, was einem gerade in den Sinn kommt. Ich werde noch viel zu tun haben bis Weihnachten.

Meine Wollvorräte sind geschrumpft. Das ist aber auch gut so, denn ich will nicht spinnen um des Spinnens Willen.

Vor Weihnachten werde ich keine Zeit haben, etwas für mich zu machen. Das macht aber nichts, denn ich habe es warm und gemütlich und ich freue mich auch so sehr, wenn etwas fertig geworden ist.

Gestern hatte ich ein Erlebnis, welsches mir einfach nicht mehr aus dem Kopf geht.
Eigentlich wollten wir einen Döner essen gehen, aber weil wiedermal alles länger und viel zu lange dauerte, wurde es dann nur eine Currywurst. Ein Mann schaffte gerade sein Tablett mit Teller und Resten zur Abgabe. Ein junger Mann mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze und einer schrecklich dünnen Lederjacke nahm sich genau dieses Tablett und setzte sich an unseren Tisch. Sorgfältig sortierte er die Reste, legte Orangenschalen beiseite und begann zu essen. Nein, es störte mich nicht, dass er an unserem Tisch saß. Mir kamen allerdings fast die Tränen. Das nächste Mal hole ich ihm einen heißen Milchkaffee.

Ich muss etwas tun. Und ich werde auch noch viel zu tun haben mit Socken und Ähnlichem, das ich verschenken will. Sonst finde ich keine Ruhe. Die Welt kann ich nicht verändern, aber vielleicht ein klitzekleines Stück Wärme schenken.
Ich kann nicht anders, denn ich bin auch schon beschenkt worden.

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