Ist Schenken nicht auch ein Geschenk?

Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, dass ich nicht genug zu schenken habe. Eigentlich ist das Quatsch, weil ich dann auch in dem elenden Wertedenken gefangen bin. Und genau dagegen wehre ich mich doch. Ich weiß das und doch kann ich mich nicht ganz davon lösen.

Diemal fällt meine Schenkerei mit Weihnachten zusammen. Normalerweise tue ich das, wie es gerade kommt und ansteht. Die Möglichkeit, zu schenken kommt daher, weil auch ich beschenkt wurde, mit einem großem Berg Schafwolle. Die habe ich gewaschen, kardiert, versponnen und nun kann eben das Endprodukt verschenkt werden. Eine Freundin bekommt Heilwolle und damit sie um die Beine hält, Beinstulpen und ein kleines Trostpflästerchen dazu. Die Freundin sitzt im Rollstuhl und ich wünsche mir, dass ich ihr ein bisschen Wärme geben kann.

Nach der Schafschur im nächsten Frühjahr werde ich wieder Wolle bekommen. Ich habe schon Kontakte geknüpft. Und dann habe ich auch wieder etwas zu Schenken, an die, die es wollen und an die, die es brauchen.

Ich finde, das Schenken ist auch ein Geschenk, eins an mich, denn ich fühle mich gut dabei.

Schenken, Beinstulpen und ein kleines Trostpflaster

 

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