Stunde der Wintervögel. Meine Vogelwarte im Garten.

Ich hatte heute Mittag ein richtiges seelisch-moralisches Hängerchen. Mein Enkelchen ist weit weg. Ich kann nicht einfach mal hingehen und es in den Arm nehmen. Mein Gesundheitszustand erlaubt den weiten Flug gerade mal nicht und meine Finanzen gestatten es gleich gar nicht. Ich muss sehen, dass ich das Geld für eine neue Brille zusammen bekomme. Passieren darf nichts noch nebenher. Das belastet mich sehr und je länger ich darüber nachdenke, umso mehr tut es weh. Also beschloss ich gegen ungute Gefühle etwas zu unternehmen und mir heute meine Vogelwarte im Garten einzurichten. Der Nabu hatte zur Stunde der Wintervögel aufgerufen.


der Vogelwart in der Vogelwarte iim GartenAlso zog ich mir jede Menge Wärmendes an und begab mich in meine Vogelwarte im Garten. Dort legte ich an den Futterplätzen erst einmal mein Vogelfutter aus, wickelte mich in Decken und bezog meinen Beobachtungsposten. Zu Beginn merkt man es nicht gleich, aber dann kriecht die feuchte Kälte auch unter die dickste Decke. Egal, eine Stunde musste ich ausharren.

Die Kohl- und Blaumeisen, die fast schon zum Garteninventar gehören, ließen auch nicht lange auf sich warten und machten sich über die Sonneblumenkerne her. In Nachbars Gerten ließ sich eine Drossel einen Apfel schmecken, der noch am Baum hing. Das Amselpärchen fraß an den heruntergefallenen Äpfeln. Mit lautem „Krah! Krah“ schwebten sechs Kolkraben auf den Bäumen am Rande der Gartenanlage ein. Ein Rotkehlchen beobachtete das Treiben vom Gartenzaun aus. Ich weiß, dass es hier auch Spatzen und Elstern gibt und auch ein Stieglitzpärchen. Von denen ließ sich aber keiner blicken.

Ach ja, als ich in den Garten kam stand am Gartenteich ein Graureiher. Der ergriff ganz schnell die Flucht als er meiner gewahr wurde. Ich habe heute nicht nur Vögel gezählt, sondern auch noch die Fische im Teich. Es scheinen alle da zu sein. Glück gehabt.

Das draußen sein hat mir gut getan, die Vögel zu beobachten auch. Zur guten Letzt bekam ich noch ein feines Konzert. Es ist schön, wenn man merkt, dass die Mundwinkel nach oben gehen, wenn man am liebsten mit den Vögeln mitträllern möchte und wenn trübe Gedanken ganz und gänzlich in der Versenkung verschwinden.

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