Es geht immer weiter, egal was passiert.

Meine Wollprojekte haben mich wieder voll in Beschlag genommen. Es geht immer weiter, egal was passiert. Auch, wenn mal etwas auf der Seele drückt, ich kann mich nicht hinsetzen, seufzen und über die Ungerechtigkeiten der Welt zu jammern. Das liegt mir so gar nicht. Also habe ich heute den Rest weißer Wolle kardiert.
Meiner Katze Kleo habe ich ein ebenerdiges Lager gebaut. Sie lag neben mir. Das hat sie schon immer gerne so gehabt. Jetzt habe ich das Gefühl, dass es sie sehr beruhigt.

In einem alten Spinnbuch habe ich mal gelesen, dass man um so besser spinnen kann, je mehr man es vorbereitet. Stimmt.
Ich habe heute die gewaschene Schafwolle gezupft, aufgelockert, fluffig gezogen. Erst dann ließ ich es in die Kardiermaschiene laufen. Das ging dann auch ganz leicht. Ohne Anstrengung und ohne dass ich Klimmzüge machen musste lief meine Wolle in die Maschine. Als ordentliches Vlies konnte ich es abnehmen.

Zum Auflockern der Fasern kann man auch die Flickkarde nehmen, die mit der Kardiermaschine geliefert wird. Ich nehme zum Zupfen lieber meine Hände, weil ich das Gefühl habe, dass die Flickkarde mehr zerreißt als ordnet.

Ich muss mir überlegen, was ich mit dem ganzen Wissen mache, welches ich mir im Laufe der Jahre angeeignet habe. Wie es auch wird: Es geht immer weiter.

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