Wenn der Mund lächelt, lächelt das Herz. (Sprichwort)

Wenn der Mund lächelt, lächelt das Herz.
So besagt es ein altes Sprichwort. Und wie das stimmt!

Heute Morgen war ich bei meiner Zahnärztin.
„So“, meinte sie mit verschmitztem Gesicht, „heute mache ich nur etwas ganz Harmloses, zum Einschmeicheln, damit Schlimmeres vergessen wird.“
Ich musste Lachen und was soll ich sagen, die Angst war weg.

Als ich noch als Lehrer arbeitete, war es nachmittags halb Viere manchmal schon etwas zäh, mit dem Stoff vorwärts zu kommen. Den ganzen Tag im Grafikprogramm herum zu scharren, oder in Photoshop und Co., ist einfach ganz schön viel. Wir waren alle müde. Also war ich bemüht, immer mal dafür zu sorgen, dass gelacht wurde. Das munterte auf und das Gesagte blieb auch viel besser da hängen, wo es hin sollte.

Meine Lieblingskollegin im Reformhaus nahm mich eines Tages mal zu Seite und meinte: „Kuck mal, was die alle für Fleppen ziehen, die da kommen.“ Wir konnten zum Eingang des Einkaufszentrums schauen und tatsächlich, bei einigen hingen die Mundwinkel bis zum Knie. Und so wie das Gesicht aussah, so war die Laune und die Sprache der Leute: verbissen, hart, fast boshaft. Und das bekamen wir nun wieder zu spüren.

Na gut, man kann nicht jeden Tag wie ein Flummi durch’s Leben hüpfen. Es gibt ja auch Tage, da beutelt es einen schon ordentlich. Runterziehen lassen sollte man sich dennoch nicht, von nichts und gar nichts. Man kann auch lächelnd jemand die Meinung geigen. Ich jedenfalls habe beschlossen, mein eigentlich sonniges Gemüt wieder ganz und gänzlich vorzukramen. So wie die von mir sehr geschätzte Vera Birkenbihl es hier erklärt.

Wenn der Mund lächelt, ist alles gut. Und wenn gerade nicht, dann macht den Ton an am Rechner und hört einfach mal zu. Wetten, dass das Lächeln kommt?

 

9 Kommentare zu “Wenn der Mund lächelt, lächelt das Herz. (Sprichwort)

  1. Während der ganzen Zeit, in der das Video lief, musste ich grinsen.
    Ziel erreicht! 😀
    Ich hoffe, dass das ganz ganz viele sehen, denn mir geht es so wie dir. Man braucht nur mal in die Gesichter schauen, wenn man U-Bahn fährt. Dort sind die Sitze parallel an den Fensterseiten angeordnet, so dass man mindestens 10 Leuten gegenüber sitzt und in deren Gesichter schauen kann.
    Dass da mal eins lächelt, ist die absolute Ausnahme. 1 zu 10.000 vielleicht.
    Danke für das Video.

    1. So ging es mir auch. 😊 Und sie hat so Recht.
      Als ich in jungen Jahren nach Leipzig zog, sah man mich komisch an, wenn ich „Guten Tag“ sagte, wenn ich ein Geschäft betrat. Ich gebe zu, ich habe mich beeindrucken lassen und angepasst. Warum eigentlich. Jetzt grüße ich wieder freundlich, auch wenn mich mancher anschaut, als will ich ihn veralbern.
      Liebe Grüße an dich.

  2. Ich kenne viele Vorträge von Vera F. Birkenbihl und schätze sie sehr. Dieser Ausschnitt ist mir auch bekannt und er ist grnauso amüsant wie tiefsinnig und einfach eine „alltagstaugliche Hilfe“.
    Sei herzlich gegrüßt von Beate

    1. Schade, dass Vera F. Birkenbihl nicht mehr unter uns ist. Ich kenne ihre Vorträge auch und auch die Bücher. Vieles hatte ich in meiner Lehrerzeit genutzt.
      Ich bin gerade auf der Suche nach meinen Vorbildern. Die Birkenbihl war eines. 🙂
      Liebe Beate, herzliche Grüße aus dem nebligen Leipzig, aus der Waschküche quasi.

    1. Genau. Und ich werde das mir ganz dick hinter die Ohren schreiben, egal wieviele „Hängepartien“ und Muffel mir gegenüber sind.
      Liebe Grüße in die Ferne, liebe Vivi.

  3. Einer meiner Lieblingssprüche: „Lächeln ist die eleganteste Art, dem Schicksal die Zähne zu zeigen.“ Ich finde, da steckt viel Wahres drin. Zudem kommt man mit Lächeln und ein paar freundlichen Worten – vor allem den „magischen vier“ – zumeist weiter als wenn man griesgrämig dreinschaut und sich unfreundlich artikuliert. 😉
    Liebe Grüße!

    1. Oh ja, dieses unfreundliche artikulieren geht mir arg auf den Geist, egal, ob es im Privaten oder in der großen Politik ist. oder auch in „Ämterpost“. Auf das Niveau möchte ich mich nie begeben, auch wenn so etwas gerade salonfähig ist.
      Die, liebe M., schicke ich liebe Grüße.

  4. Ha!

    Ab sofort grinse ich jeden Tag fünf Minuten. (Und vielleicht trau ich mich auch, Fremde anzugrinsen und auf ihre Reaktion zu warten.)

    Und irgendwie ist diese Frau mir noch nie bewußt über den Weg gelaufen. Ich werde wohl auch einiges Andere von ihr ansehen.

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