Der kleine und bescheidene Ansatz einer Selbstversorgung.

Im Moment bin ich ein bisschen kampfunfähig. Ich habe einen ordentlichen Rheumaschub. Morgen werde ich zum Arzt humpeln und absprechen, wie und was ich nehmen kann, damit die Schmerzen erträglich sind. Und was macht man, wenn man herumsitzen muss? Meinen Kopf muss ich immer beschäftigen, damit er nicht auf wirklich dumme Gedanken kommt. Also habe ich gelesen, gelesen und nochmals gelesen, u.a. auf verschiedenen Blogs zur Selbstversorgung.

Vor Tagen habe ich in den Nachrichten gehört, dass die EU stolz die Wachstumszahlen nach oben korrigiert hat. Wachstum, wieso muss denn immer alles „wachsen“? In jeder kleinen Kleckerbranche, in jedem kleinen Haushalt auch. Ja, gut, ohne Wachstum gibt es weniger Profit und das geht ja gar nicht, dass unsere Reichen verarmen. Deshalb gibt es „Analysen“ zum Kaufverhalten, ständiges Ausspionieren, Werbung. Man scheut da keine Kosten.
Das System ändere ich nicht, aber mein eigenes Verhalten kann ich schon bestimmen. Und gegen die Wegwerferitis und das ständige Neukaufen habe ich schon lange etwas. Da kamen mir die Blogs gerade Recht.

Tee Selbstversorgung Apfel und Bitrne

Das sieht komisch aus, nicht wahr? Hier trocknen Schalen von Apfel und Birne für einen selbstgemachten Früchtetee. Hagebutte und getrocknete Aroniabeeren aus dem Garten habe ich auch noch. Mal sehen, wie der Tee schmecken wird. Meiner Oma ihr Apfeltee war immer sehr lecker. Ich gebe zu, dass ich die Schalen der Früchte immer weggeworfen habe. Auch, wenn es gerade etwas putzig aussieht, für mich ist meine Teegrundlage so in Ordnung. Ich weiß wenigstens, was in meinem Tee drin ist.

Selbstversorgung ganz und gänzlich wird nicht funktionieren. Das geht nicht, denn man kann nicht in einer Blase leben. Ich mache mir trotzdem meine Gedanken. Und ich fühle mich ganz wohl dabei.

Könnt ihr euch noch an meine selbstgezogenen Tomatenpflanzen aus Tomatenscheiben erinnern?
„Das wird doch im Leben nichts“, sagte damals ein Gartennachbar.
Und wie das was wurde! Im Herbst hatte ich aus einer besonders schönen Tomate Samen gewonnen, ihn trocknen lassen und gelagert. Jetzt werde ich meinen ersten Keimversuch starten. Drückt mir mal die Daumen, weil sich dann einfach der Kreislauf schließt.

Ich werde das dumme Gefühl nicht los, dass ich mein Wissen um die Dinge irgendwann brauchen kann. Den eigenen Geldbeutel schont es allerdings jetzt schon. Marmelade werde ich nicht kaufen müssen. Die habe ich mir selbst gemacht und zwar so, wie sie mir schmeckt und nicht weil sie gerade mal billig in der Herstellung für die Massenproduktion war.
Zum Geburtstag werde ich mir einen Gärtopf wünschen. Ein kleines neues Gartenprojekt habe ich nämlich schon wieder am Wickel, neben den Tomaten. Immer mal wieder etwas Neues tut gut, aber dabei immer so, dass man den Überblick behält.

 

10 Kommentare zu “Der kleine und bescheidene Ansatz einer Selbstversorgung.

    1. Ach, du Liebe, ich glaube, ich habe noch viel zu viele Pausen. Ich passe schon auf, habe mich aber nun mal auf Naturzeuchs eingestellt.
      Für die Tomaten ist es noch etwas zu früh. Ich muss aber wissen, ob sie keimen. Jetzt muss ich das wissen. 🙂
      Herzliche Grüße an dich, liebe Mathilda.

  1. Ich freue mich sehr darauf, wieder auf meinem Balkon werkeln zu können. Ein bißchen Selbstversorgung wird es dort auch geben und ich will mir wieder eine eigene Kompostkiste hinstellen. Die muß man nur pflegen, sonst gehen einem die Würmer darin ein, deshalb mußte das warten. Das gibt allerfeinste Erde, ich hatte das Teil schon mal. Für wirkliche Selbstversorgung fehlt mir die Zeit und der Platz, aber Tomaten, Kräuter und vielleicht mal wieder Bohnen oder so, wird es wieder geben. Dadurch, das ich fast nur Bio kaufe, kaufe ich sehr bewußt ein und schmeiße relativ wenig weg. Wir haben ja einen Biogärtner in der Familie, vielleicht kann der mir noch Tipps geben, wenn er im März kommt, um uns bei der Umgestaltung unseres kleinen Zimmers zu helfen. Für Deinen Rheumaschub gute Besserung… Martin quält das ja auch immer mal wieder, aber nicht so schlimm wir bei Dir.

    1. Ich würde viel mehr gärtnern, aber das schaffe ich manchmal einfach nicht. Das Rheuma bremst sehr. So nehme ich mir jedes Jahr zum Bewährten ein Neues vor. Meine Tomaten bekommen in diesem Jahr ein festes Haus und ich will Weißkraut anbauen. Einfach mal so, aus Spaß an der Freude. Leider ist der Garten nicht groß, aber für ein kleines Fässchen Sauerkraut wird es reichen. Zum Geburtstag wünsche ich mir einen Gärtopf.
      Wir haben bestimmt wieder einiges zu erzählen im Laufe des Jahres. 😊

  2. Dein Tee schmeckt sicherlich himmlisch! Ich mag Apfeltee so gerne – mit ein wenig Zimt! Hmm.

    Gibts gar nichts gegen dein Rheuma. Bei meine Fibro hilft gezielte Kälte, aber Rheuma mag das nicht, ich weiß. Gute Besserung und bleib immer so hoffnungsfroh und zuversichtlich, so entdecker- und experimentierfreudig.

    1. Die „Trockenmasse“ habe ich schon mal gekostet. 😊
      Doch, gegen das Rheuma gibt es Basismedikamente. Das erste mochte meine Leber nicht und mit dem zweiten muss ich pausieren, weil mein Blutdruck gefährlich anstieg. Diese Mittel haben leider mächtige Nebenwirkungen und Aufhalten können sie die Krankheit und neue Schübe leider nicht. Mal sehen, wie es weitergehen wird.

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