Mit dem Pinsel auf Stein malen und dazu träumen.

Ich musste heute endlich mal eine Skizzen machen für meinen kleinen Stein auf dem Balkon. Eigentlich habe ich Zweie da liegen, unscheinbar und schmucklos. Wenn ich im Herbst die Balkonkästen weggeräumt habe, soll mir der Wind nicht das Katzennetz nach innen wedeln.
An den Steinen will ich Pinsel und Farben ausprobieren. Und mich muss ich gleich mit ausprobieren, denn mit dem Pinsel auf Stein malen habe ich bisher noch nicht gemacht. Die Idee, meine Balkonsteine zu verzieren, finde ich gar nicht so schlecht. Ich friemele immer so viel herum, bloß meistens nicht für mich. Jetzt muss er also werden, Gudruns Steingarten.

mit dem Pinsel auf Stein malen
Skizze mit dem Grafiktablett

Man kann schon sehen, dass die Tage wieder länger werden. Schön ist das, denn die dunkle Jahreszeit mag ich so gar nicht. Ich freue mich schon auf die Sonne, die Wärme und den Garten. Oh, wie ich es liebe, draußen zu werkeln. Im nächsten Leben wähle ich einen Beruf, wo ich viel draußen sein kann. Wenn es regnet muss die Frisur nicht sitzen und dann gibt es ja auch noch den Friesennerz.
Im nächsten Leben. In diesem wird es wohl nichts mehr. Ich wäre dann auch bereit, in den entlegendsten Zipfel Natur zu ziehen. Hauptsache, ich kann Schafe mitnehmen. 🙂

Hach, manchmal ist es schön zu träumen. Das entrückt einen auch gleich mal von Menschen, die so viel Feingefühl haben wie mein Stein auf dem Balkon. Davon sind mir in letzter Zeit so einige begegnet und da meine ich nicht mal die ewig Motzenden. Ich weiß nicht, ob die so mit sich und der eigenen Größe beschäftigt sind, dass sie nicht merken, wie sie zielsicher auf den Fettnapf zusteuern. Oder ist das Absicht? Machtgeprotze?

Manchmal sind mir beim Träumen Ansätze von Lösungen eingefallen. Wahrscheinlich, weil ich in diesen Momenten nicht unter Druck stand, unbedingt liefern zu müssen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit meinen Schülern versucht habe, mit ungezwungenen Maßnahmen Ideen zu entwickeln. Das kann man lernen und das geht, wenn man die erforderlichen äußeren Bedingungen hat und sich auf das Spiel einlässt. Schon alleine deshalb bin ich für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Jemand, der im Winter aus Angst, es nicht bezahlen zu können, die Heizung nicht aufdreht und der friert, der kann nicht kreativ sein.
Bedingungslos, ja, weil dann ein großes „auf-den-Nerven-Herumgetrampele“ entfällt, ein Kreativitätskiller.

„Na, träumst du schon wieder?“, fragte mich meine Mutter immer, wenn ich gerade mal wieder der Welt entrückt war. Wahrscheinlich sieht man mir das jedesmal an.
Ich werde jetzt mal lieber kucken, ob mein Stein endlich trocken ist, damit es noch klappt mit dem Pinsel auf Stein malen.

7 Kommentare zu “Mit dem Pinsel auf Stein malen und dazu träumen.

    1. Ich habe das noch nie gemacht. Es ist ganz anders als mit dem Grafiktablett zu malen. Ich weiß noch nicht, wie sich die Farben auf dem Stein verhalten, aber das bekomme ich noch raus.
      Meiner Tochte bin ich sehr dankbar, dass sie mir die Farben und die Pinsel geschenkt hat. solche Ausgaben gestalten sich bei mir immer schwierig.

  1. Liebe Gudrun,
    Deine Worte passen irgendwie zu meinem heutigen ZiB, gell.
    Bemalte Steine sind etwas Besonderes, denn man hat „kalter“ Materie Leben verliehen. Ob Bilder oder Worte, auf einem Stein verewigt, können wir es fühlen.
    Angenehmen Samstag und lieben Gruß
    moni

    1. Ja, das stimmt. Es passte wirklich richtig gut. Du hast auch jetzt die richtigen Worte gefunden. So empfinde ich das auch.
      Liebe Grüße an dich.

    1. Ich habe dem Gartenbesitzer schon angekündigt, dass in seinem Gemüsebeet bald Schnecken sitzen werden. Das Gesicht hättest du mal sehen sollen. Das war Gold wert. 😀
      Herzliche Grüße an dich, liebe Linda.

  2. Dieser Beitrag und die darin enthaltenen Gedanken zum Quell der Kreativität kam mir wieder in den Sinn, als ich einen Beitrag im Blog des Autors Marcus Johannus las. Er beschäftigte sich dort mit der Frage, welche Ressourcen für Self-Publisher im Speziellen und Kreative im Allgemeinen die wichtigsten seien (in erster Linie Zeit und Muße). Wie du stellte auch er sich die Frage, welche Möglichkeiten uns zur Verfügung stünden, um unsere Ressourcen „aufzustocken“.
    Ihr beide gebt mir viel zum Nachdenken. Danke dafür 🙂

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