Unterwegs in der schönsten Innenstadt.


Huch, war das kalt. Nun hat es uns doch noch erwischt. Gestern bin ich schon unterwegs gewesen, geistesabwesend schon irgendwie und nur frühlingshaft angezogen. In der Nacht dann hat mein Rheuma gefeiert. Woll’n wir doch mal sehen, wer hier das sagen hat. Heute habe ich mich ordentlich eingemummelt und los ging es in die schönste Innenstadt. Ja, das ist sie.

Ich hatte nur das Handy mit, aber ich musste trotzdem mal dessen Kamera bemühen. Die Bilder habe ich meinem Nordkind geschickt. „Hach, mein Leipzig!“, schrieb sie zurück.
Vielleicht lag es am zeitigen Vormittag, aber es war eine angenehme Ruhe in der Innenstadt. Keiner hetzte drängelnd die Straße entlang. Der Lieferverkehr hielt sich auch in Grenzen. Auf dem Markt vor dem Alten Rathaus hörte man Leute schwatzen und lachen. Ich bin gerade eh nicht die Schnellste, aber heute hat es mir großen Spaß gemacht, die Straßen entlang zu gehen. Bis zum Auerbachs Keller.

für die schönste InnenstadtNein, dort bin ich nicht eingekehrt. Das ist nicht meine Preisklasse. Ich glaube, das letzte Mal war ich als Student da drinnen, als wir unser Diplom feierten. Nach speisen war mir nicht. Ich musste mit einem Heil- und Kostenplan zur Barmer, die auch in der Mädlerpassage „wohnt“. Solche Gänge sind mir immer mehr als unangenehm, weil ich dann immer die Hosen herunterlassen muss und erklären, dass mir es schwer fällt, oft unmöglich ist, die Zuzahlungen zu leisten.
Warum ich darüber schreibe?
Weil ich nett, freundlich und zuvorkommend behandelt wurde. Das habe ich nicht so oft und das hat mir gut getan.

Und danach bin ich langsam durch die Leipziger Innenstadt gelaufen, durch die Hainstraße, an der Blechbüchse vorbei. Geträumt habe ich und getrödelt und plötzlich sah ich meine Straßenbahn am Brühl stehen. Ich wollte schon losflitzen in der Hoffnung, dass ich sie noch bekomme. Der Straßenbahnfahrer gab mir Handzeichen, dass ich nicht hetzen soll. Hach ja, heute empfand ich sie, die schönste Innenstadt.

6 Kommentare zu “Unterwegs in der schönsten Innenstadt.

  1. Ich mag Leipzig auch, wobei ich lieber in anderen Stadtteilen unterwegs war. Aber die sog. Innenstädte sind eh selten so meins. Ich mag lieber bunte Stadtteile und davon hat Leipzig auch einiges zu bieten. Leipzig war von den Großstädten sicherlich die schönste in denen ich einen Teil der letzten Jahre verbracht habe. Die schönste ist immer relativ… und bei einer Abstimmung von 50.000 Menschen sowieso. Aber wichtiger ist ja auch, wie man sich selbst in einer Stadt fühlt, egal, welchen Titel sie gerade mal hat.

    1. Ich bewege mich gern innerhalb der ehemaligen alten Stadtmauern. Für Freunde und Bekannte mache ich auch gleichmal Führungen. Man kann noch immer erahnen, wie das Leben vor hunderten von Jahren aussah in der Stadt, wo sich zwei bedeutende Handelsstraßen kreuzten. Ich erzähle dann vom alten Eselsmarkt, von den vier Stadttoren und den Torregeln, die auch manchem Nachtschwärmer zur Plage wurden, von den kleinen Pforten in den Toren, von der alten Pleißenburg, von nicht mehr Vorhandenem, wie dem Franziskanerkloster, auf welches aber das Barfußgässchen und die Klostergasse hindeuten.
      Das soll mal reichen, sonst gerate ich noch ins Schwärmen.
      Die hippen Stadtteile gehen mir manchmal auch auf die Nerven. Das muss ich ehrlich zugeben. Man ist da auch gerne unter sich, feiert sich selbst. Aber, wie gesagt, das ist halt Geschmackssache.
      Es ist mir egal, wie viele Menschen man gefragt hat. Die ich zu Besuch hatte, denen hat Leipzigs Innenstadt gefallen. Und darüber freue ich mich sehr.

  2. Ich war schon lange, lange nicht mehr in Leipzig. Aber als ich noch regelmäßig zur Buchmesse fuhr, war oft auch ein kleiner Spaziergang durch das alte Leipzig drin. Es gefiel mir schon damals. Wenn davon noch so einiges wiederzufinden ist, und das entnehme ich Deinen Worten in der Antwort auf Frau Momos Kommentar, dann kann ich mir schon vorstellen, dass es Spaß macht, diese Seite von Leipzig immer mal wieder zu erleben. Na, und wenn man dann noch freundliche Menschen trifft …
    Liebe Grüße aus dem ebenfalls kalten Norden schickt Dir,liebe Gudrun, die Silberdistel

  3. Hallo Gudrun, ich hoffe, dass du von deinem Arzt die „Chronikerbescheinigung“ ausgestellt bekommen hast, so dass du nur 1 % (nicht 2 wie sonst üblich) deines Bruttoeinkommens an Zuzahlungen leisten musst. Ich habe diese Bescheinigung schon lange – sie muss nach 2 Jahren erneuert werden.
    Dann musste ich ein einziges Mal bei der Kasse mein „Einkommen“ nachweisen. Entweder bekam ich gleich den Befreiungsausweis oder dann, wenn ich die Summe abbezahlt hatte. Und dann habe ich auch bei Zahnsachen oder anderen einen höheren Zuschuss bekommen.
    Aber vielleicht weißt du das ja alles schon.
    Liebe Grüße zu dir

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