Nachdenkliches Kritzeln – mit dem Finger auf dem Pad.

Also, kritzeln – das habe ich schon immer gerne gemacht. Früher allerdings auf Papier mit allem, was ich dazu gerade in den Händen hatte: Füller, Kuli, Bleistift. Ich brauche das, um zu verarbeiten, was mir gerade wortreich erzählt wird oder um ein Problem zu lösen, welches mir gerade durchs Hirn schwebt. Meine Lehrer an der Grundschule hat das wahnsinnig gemacht, wenn sie die „Kunstwerke“ in meinen Heften sahen. Auf dem Nachhauseweg lief Frau Lehrerin schnurstracks in den Textilladen, in dem meine Mutter arbeitete, und petzte. Wenn ich nach Hause kam, stand meine Mutter im Harnisch schon an der Tür. Diese „Weiberbande“ hab ich gehasst.

Als dann später an der Uni ein übereifriger Assistent kontrollieren wollte, ob wir dem Herrn Professor die nötige Aufmerksamkeit zukommen ließen und fein mitgeschrieben hatten in der Vorlesung, ist mir der Kragen geplatzt. Es ist Wurst, ob einer schreibt wie ein Weltmeister oder drei Worte auf seinem Zettel hat, ob er die Augen zu hat oder kritzelt. Wichtig ist doch, wie man das Gesagte oben im körpereigenen Bordcomputer verarbeitet. Und wichtig ist schließlich das Ergebnis.

Warum ich jetzt gekitzelt habe, weiß ich eigentlich nicht so genau. Vielleicht, weil mir der oft rüde Ton im Netz nicht gefällt oder weil sich so viele ständig angegriffen fühlen, wenn man ihren Worten nicht bedingungslos zustimmt. Manchmal tut man das ja auch, aber der andere fühlt sich trotzdem auf den Schlips getreten. Beim Nachdenken darüber entstand die erste Kritzelei. Dann beschloss ich ganze sieben Mal zu kritzeln und das auch zu zeigen. Das habe ich getan und in fb veröffentlicht. Ich wollte einfach mal ein Lächeln verschenken in aufgeregten Zeiten.
Nun ist es aber mal wieder gut.

Kritzeln werde ich natürlich weiter, denn ich brauche das für meinen Denk-Apparat. 🙂

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