Wie sich mein Leben verändert hat. Mit Schafen.

Eine alte Krähe sitzt staunend im Bett.

Erst heute Morgen ist mir bewusst geworden, wie sich mein Leben verändert hat in den letzten Jahren.
Ich hatte eine Einladung bekommen zu einer Büroeröffnung in einer anderen großen sächsischen Stadt. Das ist ganz lieb, aber ich werde nicht fahren. Die Zeiten, in denen ich mich in Business-Kleidung geschmissen habe und mit einem Sektglas in der Hand irgendwo herumstand, sind lange vorbei. Auch sind Finanzdienstleistungen so gar nicht mein Ding. Ich wäre nicht mal als Empfehlungsgeber geeignet.
Wie hat sich doch vieles geändert. Und bin ich nicht traurig darüber.

Vor vielen Jahren sind mir Schafe begegnet in einer Situation, wo ich eine solche Begegnung dringend brauchte. Ich habe diese Tiere lieben gelernt. In der Zwischenzeit verarbeite ich ihre Wolle, spinne, stricke, filze, will noch weben. Diese Beschäftigungen tun mir gut, denn ich muss mein Hirn anstrengen, Technologien und Geschicklichkeiten entwickeln und kann sämtliche „dusselige“ Gedanken ganz wunderbar loswerden.
Heute früh wurde mir so richtig bewusst, dass ich „Fachmann“ geworden war. Und ständig kommen neue Erkenntnisse dazu. Schon erstaunlich, dass eine so alte Krähe wie ich staunend im Bette sitzen kann. 🙂

Shetlandschafe – einmal zur Insel und wieder zurück

Wie sich mein Leben verändert hat mit Schafen
keine Höhlenzeichnung, nur eine Kritzelei von mir

Ich habe gerade die Wolle von Shetlandschafen verarbeitet, eine auffällig weiße, sehr weiche und sanft glänzende Wolle. Ich musste natürlich wissen, wie die Schafe so sind, die mir ihre Wolle gegeben haben.

Man sagt, dass die kleinen, robusten und genügsamen Schafe mit einer erstaunlich feinen Wolle von Wikingern auf „die Insel“ gebracht wurden. Damals nahm man seinen Proviant eben so mit, wenn man auf größere Reise ging. Manche erzählen sich auch, dass ein Schiff gesunken ist und dass die Schafe an Land geschwommen sind. Wie auch immer, ich bin froh, dass es diese Schafe gibt und dass es auch bei uns wieder Züchter gibt.
Die Shetlandschafe werden als primitive Rasse bezeichnet. Nein, nicht weil irgendetwas mit ihnen nicht stimmt. Primitiv heißt, dass es noch viele Gemeinsamkeiten gibt mit dem Urschaf aus meinem letzten Artikel. Bei manchen löst sich im Frühjahr noch teilweise das Fell. Man kann die Wolle „pflücken“, schrieb eine Bloggerin in einem sehr lesenswerten Beitrag.

Wie sich mein Leben verändert hat und mich schafwohl fühlen lässt.

Meiner Katze Penny hatte ich eine Decke versprochen. Sie findet die Wolle scheinbar auch großartig, denn Penny lungerte schon ständig auf meinem Strickzeug herum. Und jetzt liegt sie immer da, wo ihre Decke liegt. Praktisch ist das. Man kann problemlos Decke und Katze umräumen. Wenn Penny irgendwann über die Regenbogenbrücke geht, dann bekommt sie ihre Decke mit, so wie auch Kleo eine mitbekommen hat.
Ich hoffe aber, dass wir noch viel Zeit zusammen haben werden.

Ich wollte das eigentlich alles mal aufschreiben, wie sich mein Leben verändert hat durch einen Zufall, von meinen eigenen Erlebnissen mit Schafen, vom Wunsch leben zu wollen, von der Quälerei, einen ordentlichen Faden aus dem Vlies der Schafe zu bekommen. Damals habe ich die Wolle im Zorn in die Ecke geworfen und bin nachts um Zwei wieder aufgestanden und habe mich ans Spinnrad gesetzt. Ach, nein, ich schreibe nicht. Die Hauptsache ist doch, dass ich tätig sein kann und mich schafwohl fühle. Mehr brauche ich nicht mehr zum Glück. Könnt ihr das verstehen?

 

 

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