Und nun verarbeite ich die Wolle der Gotlandpelzschafe.

ich verarbeite die Wolle der Gotlandpelzschafe

So.
Jaja, so. Endlich habe ich meine Färbewolle fertig und in die Kiste gepackt. Ich habe keine Birkenblätter, muss erst Geld abzwacken, um mir welche zu kaufen. Vielleicht warte ich auch, bis Rainfarn oder Goldrute blühen. Davon einen Strauß mitnehmen, darf man bestimmt. Und das wächst hier an jeder Ecke.
Jedenfalls kann ich mich jetzt endlich meinem lange geplanten Projekt widmen. Ich verarbeite die Wolle der Gotlandpelzschafe.

Von Freunden aus Mügeln bekam ich Wolle von ihren Schafen geschenkt. Hach ist die weich und kuschlig. Und sie glänzt wie Seide. Ich möchte mir ein langes Schultertuch mit Fransen stricken. Alles soll eine Gewandfibel zusammenhalten.

Wolle der Gotlandpelzschafe

Überhaupt möchte ich mir Kleidung selber herstellen. Schafwolle eignet sich bestens für Funktionskleidung, denn sie kann 33% ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Die Feuchtigkeit wird in der Hohlfaser gespeichert und wieder an die Umwelt abgegeben. Gerade jetzt, da Grundwasser, die Meere und sogar die Arktis mit Mikroplastik belastet sind, überlege ich mir schon, was ich durch die Wachmaschine jage. Kleidung aus Schafwolle braucht nicht nach jedem Tragen eine Wäsche. Wolle belastet die Umwelt nicht und wird doch so stiefmütterlich behandelt.

gesponnen

Locker und gleichmäßig verzwirnt ist es ein schönes Garn geworden. Ich kann es kaum erwarten, dass die Wolle trocken wird und dass ich eine Probe stricken kann. Gefällt mir das Maschenbild, werde ich das Schultertuch anfangen und nebenher noch weitere Garnstränge aus der Wolle der Gotlandpelzschafe spinnen.

Das Spinnen tut mir im Moment gut, richtig gut. Es gibt mir die Ruhe, die ich gerade sehr brauche.

ein feines Plätzchen

Meine Katze beneide ich manchmal. So eine Kiste hätte ich auch gern. Das heißt, ich habe ja eine, aber ich passe nicht rein. Penny nutzte die Gunst der Stunde, weil ich vergessen hatte, den Deckel zu schließen.
Keine Angst, sie durfte bleiben. Nur ab und zu habe ich ihr Wolle unter dem Poppes hervorgezogen.

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