Ein Lächeln von Fremden und Gutes aus dem Medizinschrank.

Es klingelte schon. Folglich würden sich gleich die Türen der Bahn schließen. In allerletzter Minute hüpfte eine ältere Frau noch in die Bahn.
„Himmel noch eins!“, die Frau stemmte die Hände in die Hüften und schnappte nach Luft. „… erreicht den Hof mit Müh und Not … Ei, jetzt hatte ich aber zu tun, dass ich es noch schaffe.“ Verschmitzt schmunzelte sie vor sich hin und ließ sich auf einen Sitz fallen. Die Fahrgäste in ihrer Nähe schmunzelten auch.
So gerne ich auch manchmal alleine bin, es ist genau solch ein Lächeln, was unbezahlbar ist.

Farbenfrohes auf dem Hochbeet

Ich war auf dem Weg in den Garten, Sonne tanken und die Seele baumeln lassen. Morgen wird mein Magen gespiegelt und ich habe deswegen mächtig Angst. Nein, nicht vor der Untersuchung, sondern vor dem was sie vielleicht finden werden. Damit nicht genug. Am Mittwoch muss ich beim Chirurgen vorstellig werden. Ich hatte mich mal gedreht, war schneller als mein Knie und irgendwas hat daraufhin drinnen „geratscht“. Der Chirurg hatte meiner damals noch kleinen Tochter zweimal den Arm eingipsen und mir eine Platzwunde auf dem Kopf nähen müssen. Beim Putzen war mir eine Flasche mit Badesalz von oben auf die Rübe gedonnert. Bloß gut, dass ich also schon als Kunde in der Praxis erfasst war. Ansonsten hätte ich nicht so schnell einen Termin bekommen.

Das Lächeln der älteren Dame kam mich genau Recht bei meiner Grübelei. So kann ein Tag besser anfangen.

Mein Tomatenhaus

Bereits im Februar hatte ich einen Versuch gestartet, ob mein aus den Tomaten gewonnener Samen aus dem vergangenem Jahr überhaupt keimfähig ist. Immerhin war es ein bisschen zeitig und die Pflanzen wollte ich eigentlich nach dem Keimversuch entsorgen. Ich konnte es dann doch nicht und so zogen sie beizeiten in ihr Tomatenzelt im Garten ein. Ist es zu kalt da drinnen nachts, kann ich sie immer noch entsorgen und die Neuen, die zu Hause auf dem Fensterbrett warten, einziehen lassen.
Was soll ich sagen?
Wir hatten das Tomatenbeet gut vorbereitet mit eingegrabenen Mist und so. Folglich haben jetzt alle drei Pflanzen bereits Knospen. Yaeh! Ich bin wieder ein Schrittchen weiter auf dem Weg zum Selbstversorger.

Wermut - Heilkraft und Bitternis

Das federiche Kraut da ist Wermut. Ach, wie habe ich den als Kind gehasst. Ich brauchte bloß anzudeuten, dass mir der Bauch weh tut und meine Mutter kochte dann sofort Wermut-Tee. Bäääh! Den musste man erst abkühlen lassen und dann in einem Rutsch hinter kippen. Absetzen zwischendurch ging nicht, weil man einen zweiten Versuch wegen der Bitternis nicht ertragen wollte.
Jetzt werde freilich Wermutkraut trocknen. Ich weiß ja wie es geht mit dem Tee und einige Stengel werde ich mit Weißwein ansetzen. Geld werde ich mir abknapsen für zwei Hochbeete. Eines wird ein Kräuterbeet, mein Medizinschrank.

Tja, was war sonst noch?
Ich habe gestrickt. Mein Umschlagtuch nimmt Formen an. Die Gotlandwolle von Freunden aus dem Landkreis ist ein wahrer Schatz. Ich denke, ich bin indes gut gerüstet für meine beiden Untersuchungen. Mit dem Lächeln fing der Tag an. Ich habe es einfach behalten.

Stricken im Garten