Ich habe im Volkskundemuseum Wyhra den Goldesel getroffen.

Nein, den Eurojackpot habe ich nicht gewonnen, aber gestern jede Menge schöner Eindrücke. Ich war zum märchenhaften Frühlingsfest im Volkskundemuseum Wyhra. Und, ich habe den Goldesel getroffen.

die Ruhe vor dem Fest

Meine Freundin konnte mich nach Wyhra fahren, so dass ich mein altes Märchen-Spinnrad mitnehmen konnte. Der bloße Anblick des Rades erinnert schon an Frau Holle oder das Rumpelstilzchen. Noch ist Ruhe im Hof und ich konnte demnach gemächlich anspinnen. Das alte Rad hat den Transport gut überstanden. Überhaupt fasziniert es mich immer wieder, denn da ist nichts geklebt oder geschraubt und hält gleichwohl schon seit hundert Jahren. Zu gerne wüsste ich etwas über die Geschichte des Rades.

Auf Wyhra hatte ich mich die ganze Zeit schon gefreut. Ich bin gern dort, in dem schönen Bauernhof und bei den freundlichen Museumsmitarbeitern. Es riecht nach Gras, blühendem Holunder und auch ein Stallgeruch ist immer noch in den alten Stallgebäuden wahrnehmbar.

Vor den Ställen steht eine alte Holzbank, die wahrscheinlich genau so viele Jahre auf dem Buckel hat wie mein altes Spinnrad.
Manchmal, in ruhigen Minuten, stelle ich mir vor, wie ich auf einem solchen Hof leben müsste und abends, nach getaner Arbeit auf genau dieser Bank in der Abendsonne sitze. (Bänke vor den Häusern fehlen mir hingegen in der Stadt.)
Kein Handy klingelt. Kein Fernseher drängelt einem auf, über was man gerade mal nachzudenken hat, oder auch eben nicht. Die wärmende Sonne, die Gerüche, den Flug der Schwalben, die zum Füttern ihrer Jungen geschickt in die Scheune fliegen, die ganze Fülle des Frühlings kann man ungefiltert und in vollen Zügen aufnehmen. In solchen Momenten wird mir so richtig deutlich, welcher Reizüberflutung wir doch mithin ausgesetzt sind.

Ich habe den Goldesel getroffenUnd was war nun mit dem Goldesel?
Um Märchen ging es bei dem Frühlingsfest. Der Froschkönig saß auf dem Brunnen, der Wolf lag im Bauernbett und im Hof konnte man den Goldesel treffen. Das Eselmädchen und und ich freundeten uns gleich an, auch wenn es sich herausstellte, dass es doch kein Goldesel war. Und als der Hausmeister mir dann auch noch nebenbei Katzenkinder in der Scheune zeigte, war ich ganz hin und weg.

Es war wieder schön in Wyhra. Die Kinder waren freundlich und aufgeschlossen, die meisten zumindest. Und wieder waren es die Jungs, die einen guten Faden spannen.
Eine Museumsmitarbeiterin, die im Laufe der Zeit schon eine gute Freundin für mich geworden ist, hat mir ihr Buch über Färben mit Naturmaterialien geliehen. Inzwischen schmökere ich darin fleißig, finde es sehr interessant und plane schon mal das nächste Wollprojekt. Na dann! Gehen wir das Leben eben mal ganz bunt an.

Fotos: D. Klauss