Walnüsse aus dem Bauerngarten. Wolle färben wie im Mittelalter.

Walnüsse aus dem Bauerngarten

Ich war gerade mal wieder beschäftigt und in Gedanken versunken, als es an meiner Tür schellte. So oft kommt das nicht vor, so dass ich jedesmal erschrecke. Man kann das Klingelding auch leiser stellen, aber das vergesse ich jedesmal. Und dann scheppert es eben wieder.
Mein freundlicher DHL-Mann brachte mir ein Päckchen. Walnüsse waren drin, vor der Reife geerntet.

Meine Ulrike aus dem Volkskundemuseum Wyhra hat mir die Walnüsse geschickt. Die sehen so grün aus, weil sie noch die äußere Pelle herum haben. Und genau um die geht es mir. Ich möchte mit diesen grünen Walnussschalen Wolle färben. Aber das wird noch ein Extra-Kapitel.
Ich habe mich sehr gefreut über die Nüsse aus dem Bauerngarten des Museums.

Es ist schön, wenn man Freunde hat, die einen auch unterstützen mit allen Spleens, die man gerade mal hat. Deshalb würde ich auch nicht hier weggehen, egal, was sich hier noch entwickelt. „Die Sachsen“ lese ich schon mal wieder öfter. Man zeigt mit dem Finger. Das ist bequem, denn es weist von einem selber weg. Die anderen sind’s. Teile und herrsche klappt halt immer wieder prima.
„DIE Sachsen“ gibt es aber nicht. Es gibt solche und jene, Übellaunige und Freundliche, Aufgeschlossene und welche von gestern oder vorgestern. Statt pauschal zu urteilen sollte man Bündnisse bilden und die unterstützen, die nicht am rechten Rand wohnen. Ich denke, es wird wirklich Zeit darüber nachzudenken, ohne wenn und aber.
Nun ja, ich bin eben ein unverbesserlicher Optimist.

Ach ja, die Walnüsse.
Die habe ich gleich heute noch dick geschält und die Schalen mit Wasser angesetzt. Das steht jetzt erstmal zwei Tage auf meinem Balkon. Mit dem Färbegut darin wird es wieder Tage dauern. Aber ich brauche kein Beizen, kein Erwärmen und ewiges Köcheln. Eine Kaltfärbung wird es für gewaschene Wolle in der Flocke geben, für Krempel und versponnenen Strang. So zu färben ist geradezu ideal für Wolle.
In vier Tagen sind vielleicht auch meine Finger wieder sauber. Die hat es nämlich auch eiskalt verfärbt, denn beim Schälen hatte ich die Handschuhe zersäbelt. Ach ja, was ist schon vermeintliche Schönheit gegen das Glück und das Gefühl, auf einer Abenteuerreise zu sein.

Danke, ihr Lieben im Landkreis, für die Nüsse und für alle Mühe.