An einem Sträußchen Johanniskraut erkannten sich die Hexen.

Heute ist Mittsommer, Sommersonnenwende, Sommeranfang.  Sonnwendtage gehörten wahrlich zu den ältesten Feiertagen auf der nördlichen Halbkugel. Sowohl das Licht als auch die Sonne wurde gefeiert. Mit Feuern und Räucherungen wurden böse Geister vertrieben und indes auch Gesundheit und gute Ernte erbeten. Frauen banden deswegen Blumenkränze, bestimmte Kräuter zum Sonnenaufgang gepflückt versprachen Liebe und an einem kleinen Sträußchen Johanniskraut erkannten sich die „Hexen“.

Viele Bräuche um diesen Tag gibt es allerdings auch jetzt noch. Ich finde das schön. Dennoch ist das aber wahrscheinlich nicht der Grund gewesen, dass es mich heute Mittag hinaus zog, um Johanniskraut zu schneiden. Vor den Feuern, blühend, um die Mittagszeit soll man es allerdings wohl holen. Das ist die richtige Zeit.
Ich will allerdings nicht räuchern oder Heiltee bereiten. Diesmal nicht. Ich möchte das Kraut trocknen, schneiden und in Gläser packen. An einem dusteren, kalten Wintertag wird es mir bestimmt Freude bereiten, mit dem Johanniskraut Wolle färben zu können. Es wird mich erinnern an die sonnengelben Blüten und die Wärme des Sommers. Außerdem hat mir diese freundlich gelbe Farbe in der Wolle sehr gefallen.

So, ihr Hexen oder auch nicht, legt euch einige Blüten unter das Kopfkissen, schlaft gut und träumt etwas Schönes. Was ihr nämlich heute träumt, geht in Erfüllung. Vielleicht. Ach was, ganz bestimmt. 🙂