Noch nie habe ich mich so sehr über Regen gefreut.

auch die Birke vor dem Haus braucht RegenImmer, so Ende August, wenn andere noch fleißig Baden gehen, plagt mich mein Rheuma. Herbstschub nenne ich das. Ach, ich beschreibe jetzt nicht, was das mit mir macht. Kurze Zeit später stellt sich immer das Wetter um. Meine Freundin meint, ich solle mich doch mal als Wetterprophet versuchen.
Jetzt hatte ich so einen Schub auch. Jetzt schon?
Im ganz Geheimen fing ich an auf Regen zu hoffen. Und der kam auch heute Nacht.

Ständig bekomme ich jetzt Post von allerlei Umweltverbänden. Und eigentlich läuft es auf eine Spende hinaus. „Liebe Frau Dingens,“ stand in einem Schreiben, „geben Sie sich einen Ruck“. Ach Leute, ich brauche keinen „Ruck“ um Bankgeschäfte zu tätigen, bin weder zu doof dazu noch zu faul. Es ist nur so, dass ich es mir nicht leisten kann, zu spenden. Es geht nicht.

Bäume will man kaufen und setzen. Das finde ich gut, denn jeder Baum in der staubigen, lauten, heißen Stadt sorgt für ein besseres Klima. Bäume setzen, und dann?
Das Grün um mich herum bot ob der wochenlangen Trockenheit und Hitze einen traurigen Anblick. In meiner Lindenallee färben sich die Blätter gelb oder braun und fallen zu Boden. Wie im Herbst. Verzweifelt suchen Vögel in dem trockenem Laub nach Essbarem. Die Büsche lassen die Blätter hängen oder rollen sie ein. Das Grün ist eher zum Grau geworden. Regen fehlt.

Ich habe alle Briefe in den Papierkorb geworfen. Mit zwei Wassereimern bin ich mehrmals meine Treppe aus dem Vierten herunter geschlichen und habe drei im vergangenem Jahr gesetzten Bäumen an der Straße Wasser gebracht. Sie konnten noch gar nicht lange Pfahlwurzeln bilden. Leicht fällt mir das Geschleppe nicht, aber bewegen muss ich mich immer.
Gespendet habe ich also auf meine Weise. Ich hoffe, dass ich die drei Bäume durch die Dürre bringe, weiß aber ganz sicher, dass meine Spende dort ankommt, wo ich sie haben will.

Und heute Nacht hat es tatsächlich geregnet. Noch nie habe ich mich über Regen so gefreut.