Über Land. Wolle aus dem Landkreis.

Meiner Freundin bin ich sehr dankbar, denn wir beide sind heute über Land gegurkt. Ich durfte bei beim Nabu nochmal Wolle holen von den Leineschafen und nach Färbepflanzen wollte ich auch nochmal Ausschau halten, besonders nach solchen, die ich trocknen kann. Der nächste Winter kommt bestimmt und da will ich auch noch etwas zu werkeln haben. Wenn ich irgendetwas tun kann für den Nabu, dann werde ich das tun. Gerne.

über land

Meine Gegenlichtaufnahme hat mein Handy nicht geschafft. Das rechnet kühn alle gewollten Blendflecke raus. Die Trockenheit aber ist sichtbar. Ein bisschen sieht es schon aus wie Herbst. Wir hörten, dass die Leineschafe schon jetzt „zugefüttert“ bekommen müssen. Die Wiesen, die sie sonst immer kurz fressen, sind vertrocknet. Und eigentlich sind das Feuchtwiesen, Lachen.

große Trockenheit in der Leipziger Tieflandsbucht

Heute habe ich keine Schafe gesehen. Sie waren weit weg und die Lämmer, die beim letzten Mal gerade geboren worden waren und noch besondere Pflege bekamen, sind jetzt allerdings mit der Herde unterwegs. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Manchmal erschreckt mich das, weil mir dann der Zeitlauf so sehr bewusst wird und auch die Tatsache, dass alles endlich ist, mein Leben auch.

die alte Mühle in Göhrenz

Es hat gut getan, raus aus der Stadt zu fahren, über Land. Einmal, weil man Hitze und Stadtlärm hinter sich lassen konnte und zum anderen, weil es mir unglaublich gut tut, einfach nur hier zu sitzen und zu schauen, zu riechen, zu hören. Diese Ruhe und Gelassenheit, die mich an solchen Orten überkommt, brauche ich dringend. Es gibt gerade viele Dinge, die mich aufregen und die ich nicht hinnehmen möchte. Ich würde gerne das Buch von Steven Levitsky und Daniel Ziblatt „Wie Demokratien sterben“ lesen. Die beiden sind Professoren für Regierungslehre an der Universität Harvard und ich erwarte hier Antworten, die ich so dringend suche. Das Buch kann ich mir allerdings gerade nicht leisten. Ich muss mal sehen, ob ich es in einer Bibliothek finde.

Rainfarn - eine meiner Färbepflanzen

Rainfarn. Davon habe ich mir heute welchen mitgenommen. Er trocknet neben der ersten Leineschaf-Wolle auf meinem Balkon, wird dann geschnitten und eingelagert, bis ich ihn für weitere Färbeversuche wieder hervor hole. Für die Wiese auf dem Bild wünsche ich mir so sehr Regen.

Morgen werde ich meine Veranstaltung zum Oma-und-Opa-Tag im Volkskundemuseum Wyhra vorbereiten. Am Mittwoch werde ich also schon wieder über Land fahren. Ich glaube, diesmal werde ich mit den Kindern zuerst einmal Wolle waschen, denn so fängt alles immer an.