Balkontag, Ruhe und leider wieder kein Regen.

Balkontag

Gestern war Balkontag, das heißt alles, was zu tun war spielte sich da draußen ab. Ich war ganz froh, dass ich mal mit mir alleine sein durfte. Es gibt so vieles, was mich beschäftigt und worüber ich mich gerne austauschen möchte, aber es ist schwierig geworden.
Ein bisschen stiller bin ich eh geworden, denn mit Schmerzen schreibt es sich nicht locker und ausgewogen.

Ich hätte mich gefreut, wenn es gestern auch hier mal ordentlich Regen gegeben hätte. Mehr als dreieinhalb Tropfen gab es aber nicht. Meine Pfütze vor dem Haus, in der die Vögel nach Regen so gerne baden, blieb weg. Die einzige bin ich nicht, die den Vögeln Wasser hinstellt, aber zum Baden reicht es nicht. Und genau das müssten sie öfter tun können, damit die Milben sie nicht auffressen.

Nie wieder werde ich über Regen jammern, denn das was hier in der monatelangen Trockenheit abgeht, ist einfach nicht schön. Ich hoffe sehr, dass das ewige Gescharre nach Kohle und das Betreiben der Kohlekraftwerke bald der Geschichte angehören. Anzeichen einer Klimaerwärmung sind nicht mehr weg zu reden oder zu ignorieren. Ich wäre heute gerne in den Lene-Voigt-Park gegangen. Robert Habeck kommt. Laufen oder Stehen geht aber gerade nicht so gut. Also werde ich das aus der Ferne verfolgen.

grüne Tomaten am Strauch

Es scheint, meine Tomatenernte auf Balkonien wird gut. Drei Pflanzen waren nach der Anzucht auf dem Küchenfenster übrig geblieben. Ich konnte sie einfach nicht wegwerfen. Diesen Tomaten, die ursprünglich aus Südspanien stammten, scheint es gut zu gehen, obwohl sie mit arger Hitze und einem relativ kleinen Topf klarkommen müssen. Ich hätschele sie aber auch. Sie werden öfter mit der Brühe gegossen, die nach dem Einweichen der Schafwolle übrig bleibt. Ein hervorragender Dünger ist das. Die drei Sträucher danken es mir, in dem sie immer noch reichlich blühen.

nach der Wollwäsche

Schade, dass meine Wollwaschkinder aus Wyhra nicht sehen können, was aus ihrer Wolle geworden ist. Ja, sie flatterte dort auf der Leine, aber so richtig sieht man es erst jetzt wie schön sie geworden ist. Ich kenne es ja nun schon, bin aber auch immer wieder begeistert. Die meiste Wolle wird eingelagert. Im Winter habe ich genug Zeit, sie zu verarbeiten. Nur einen Teil muss ich jetzt verspinnen, weil ich noch einmal mit den Blättern vom Essigbaum färben will. Eine Strickjacke will ich mir stricken und dafür brauche ich schon eine ordentliche Menge von der gelben Wolle.
Ich muss mich beeilen, denn der Baum sieht auch schon aus, als würde er gleich alle seine Blätter von sich werfen wollen.

damit ist geklärt, wer strickt

So sieht das aus, wenn bei Gudrun gestrickt wird! Es wird wohl dauern mit meiner Jacke.Das ist so, wenn der Balkontag zu gut ist.