Zerbrechlichkeit. Regen. Blutmond. Meine kleine empfindliche Welt.

viel selber machen gegen die Zerbrechlichkeit unserer Welt

Da regnet es doch tatsächlich. Nein, nicht viel und schon gar nicht ausreichend. Um die Defizite auszugleichen müsste es eine ganze Woche regnen.
Die Hitze und Dürre habe ich so richtig satt. Manchmal laufe ich durch die Gegend mit gesenkten Kopf. Ich mag den „Herbst“ in meiner Lindenallee nicht sehen, die verbrannten Wiesen, zerstrubbelte Vögel. Und dann sehe ich, dass zudem die Blüte eines Löwenzahn umgesunken ist. Diese Zerbrechlichkeit!

Mittlerweile spricht man ganz offen von Klimaveränderung, davon, dass der Jetstream schwächer wird und dadurch instabil. Extremwetter entsteht, weil die Hoch- und Tiefdruckgebiete wochenlang an einem Ort verharren.
Mich macht das wütend, weil wir trotz besseren Wissens einfach immer weiter wirtschaften als geht uns das nichts an. Nur weil einige wenige den Hals nicht vollbekommen können? Warum jagen wir sie nicht zum Teufel?

Während ich schreibe, sehe ich ab und an auf zur Mondfinsternis. Ich sehe auch den Mars, groß und rötlich. Faszinierend. Wir sollten auf unsere kleine Erde besser aufpassen, mehr Schutz einfordern, denn die Welt kann sich auch ohne uns weiter drehen. Die Zerbrechlichkeit der Mutter Erde kann ich spüren.

Manchmal fühle ich mich so hilflos. Und dann trage ich doch wieder den Vögeln Wasser und Futter hinunter, fülle meine Insektentränke auf und gebe, wenn ich laufen kann, meinen drei Straßenbäumen Wasser. Ich weiß, dass es nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

Gestern hatte ich eine ehemalige Kollegin und jetzt liebe Freundin zu Besuch. Sie brachte mir Birkenblätter zum Wolle färben mit. Sogleich ging mir durch den Kopf: „Hebe das gut auf, Gudrun, es ist ein Schatz. Wer weiß, wie lange die Birken hier noch Blätter haben können.“ Über die Besuche freue ich mich immer sehr, weil wir gemeinsam überlegen, wie wir Lebensmittel konservieren können ohne Tiefkühlschrank und überhaupt großen Energieaufwand. Ein Dörrgerät wollen wir bauen und nur die Sonnenenergie nutzen. Davon hab ich gerade genug auf meinem Balkon.
Überhaupt ist es erstaunlich, was alles ohne Strom zu bewältigen ist. Für jeden Kokolores brauche ich nicht eine Extra-Elektrogerät und Bewegung ist gut auch gegen mein Zipperlein.

Ich möchte viel mehr selber machen.