Im Gasthaus „Zur Wespe“ herrscht Hochbetrieb.

Zuerst war es ja nur eine Wespe, aber jetzt sind es mehrere, die die Muschel zwischen meinen Balkonpflanzen anfliegen und Wasser holen. Ich habe gut zu tun, die kleine Muschel mit kühlem Wasser nach zu füllen. Vorsichtshalber und damit es keinen Engpass gibt, habe ich noch einige Tränken eingerichtet. Im Gasthaus „Zur Wespe“ herrscht Hochbetrieb.

Ich weiß, dass die zierlichen Tierchen mit dem Wasser ihre Brut kühlen, in dem sie sie bespritzen. Bei den Temperaturen da draußen auf dem Balkon und an der Hauswand haben sie wahrlich gut zu tun. Zu gerne würde ich mal mitfliegen und kucken, was da passiert. Wer weiß, vielleicht ziehen sie im nächsten Jahr gleich ganz bei mir ein. Ich würde mich freuen.

Während die zierlichen Feldwespen da draußen fliegen und fliegen, ist mir jede Bewegung zu viel. Meine Wege und Außenarbeiten erledige ich ganz zeitig, um der Hitze wenigstens ein bisschen zu entgehen. Aus dem Garten kann ich jetzt täglich frische Tomaten mit nach Hause nehmen. Der Gartennachbar schenkte mir noch zwei Gurken, eine bekam ich von meiner eigenen Pflanze. Das wird ein Schlemmen! Ich esse das doch so gerne. Schon als Kind habe ich mich im Sommer davon ernährt. Der Figur wird es gut tun.

Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich am Spinnrad ins Schwitzen komme. Egal, ich habe wieder Wolle fertig und wenn die Temperaturen mal wieder gudrunfreundlicher werden, dann kann ich mit den Blättern des Essigbaumes färben. Im Moment habe ich gar keine Lust, neben einem heißen Topf zu stehen.

Oha, ich muss aufhören. Frau Wirtin muss ihren Gästen auf dem Balkon nachschenken, denn im Gasthaus „Zur Wespe“ ist immer noch viel los. Und danach werde ich wieder spinnen.

Wolle und Tomaten