Es ist nie zu spät für einen (Alt-) Weiberabend.

Jetzt müssen die Pflanzen im Garten durchhalten bis der Gartenbesitzer zurück ist und gießen kann. Ich kann gerade schlecht „hutschen“. Und deshalb kam meine Freundin gestern zu mir. Es geht doch nichts über einen feinen Weiberabend. Und ganz ehrlich, meinem Knie ging es gleich viel besser.

Hach, was haben wir geschwatzt.
Das war schon etwas anderes, als wenn wenige Sätze über große Entfernungen hin und her geschmissen werden. Wir kennen uns schon verdammt lange und haben uns schätzen und achten gelernt. Ich glaube, das ist es auch, was uns Freunde werden ließ: Respekt und Achtung. Und so können wir uns auch mal etwas sagen, was man so nicht einfach hinaus ballert. (Im Netz scheint es da keinerlei Hemmungen zu geben, aber dafür oft Geningel, dass man unverstanden ist. Ein bisschen Mühe muss man sich schon geben mit der Schreiberei oder eben der Achtung anderer.)

getrocknete Hortensienblüten brachte meine Freundin zum Weiberabend mit

Meine Freundin hatte mir getrocknete Blüten ihrer Hortensie mitgebracht. In meinem Lieblingskrug, den ich mir vor Zeiten aus Litauen mitgebracht hatte und der immer noch auf meinem Schrank steht, machen sie sich gut. Also, wer sagt denn, dass nur Junges und in allen Farben Strahlendes als Schön empfunden werden kann? Die vertrockneten Blüten passen hervorragend in mein Stübchen und werden mich als Gruß an den Sommer sicher gut über die dunkle Jahreszeit bringen.

Das Thema hatten wir dann auch: Können wir das noch in unserem Alter? Klar können wir. Einges ändert sich schon im Laufe der Zeit, aber was die Kraft nicht mehr so einfach bringt, kommt aus der Erfahrung.
Ich mag keine Röcke mehr, meine Freundin dagegen schon. Das war gleich mal wieder die Gelegenheit, bei unserem Weiberabend den Kleiderschrank zu durchforsten. „Kann ich denn das noch…?“ Sie kann. Am Montag wird meine Freundin mit rotgeblümten Rock auf Arbeit erscheinen. Er steht ihr hervorrragend.

 

"Modische Maschen" - noch immer findet man interessante Anleitungen

Mein Kleiderschrank platzt nicht aus allen Fugen. Ich brauche nicht ständig Neues. Immer wieder anders aussehen kann man auch erreichen, wenn man kombiniert. Und so habe ich weniger, aber hautfreundliche und zu fairen Bedingungen hergestellte Kleidungsstücke. Weil ich nie wegfahre, nicht Essen gehe, auch sonst nicht schlemme, habe ich mir jetzt einfach mal wieder ein Kleidungsstück von meiner Lieblingsdesignerin bestellt. Ich denke, ich werde mich darin sehr wohlfühlen.

Meine Freundin brachte mir alte Strickzeitschriften aus DDR-Zeiten mit. Eigentlich war ich auf der Suche nach einer Anleitung für eine Jacke. Die fand ich auch und so einiges andere Interessante auch. Muster ausprobiert, Strickprobe gemacht, los gelegt. Und nun muss die Jacke noch warten.
Die Anleitungen sind gut, nicht schrecklich aufwendig und gut verständlich. Selbermachen war damals im Trend. Jetzt kommt garantiert wieder: „Na ja, ihr hattet ja auch Mangelwirtschaft!“ Ja, na und? Stricken in der Vorlesung lässt manchmal den Stoff viel besser verstehen und speichern. Und der Stolz auf Selbstgeschaffenes ist sowieso immer unbeschreiblich.
Ich stricke jedenfalls jetzt weiter. Schließlich muss ich zum nächsten Weiberabend etwas zum Vorzeigen haben.

Nachtrag: Sollte ich eine Gehhilfe bekommen, also ein Stöckchen, dann male ich das quietschebunt an. 🙂