Norddeutschland – meine Liebe.

Norddeutschland - meine Liebe

Norddeutschland – meine Liebe. Ein Geheimnis ist es nicht mehr.
Ich bin wieder zurück aus dem Norden und es ist mir das Herze schwer. Einmal, weil ich wieder vom Töchterchen weg musste und zum anderen, weil ich eine mir lieb gewordene Gegend wieder verlassen habe. Das ist schon komisch: In meiner Jugend zog es mich dahin, wo das Leben zu toben schien. Jetzt könnte ich mir vorstellen, fast alleine mit der Natur oder der Nordsee zu leben, aber das schaffe ich nicht mehr.

In Friedrichskoog Spitze habe ich mich am fast leeren Strand in einen Strandkorb gesetzt und habe auf das Meer geschaut. Es war trübe und windig an dem Tag, aber das machte mir nichts aus. Einfach da sitzen und in die Ferne schauen! Wenn das Auto nicht zum Töchterchen gemusst hätte, damit sie von der Arbeit in Wacken nach Hause kommt, dann wäre ich bestimmt noch geblieben. Von meinem Besuch in der Seehundstation in Friedrichskoog erzähle ich später.

auflaufende Nordsee

Ich hatte ja immer Witze gemacht, dass das mit der Nordsee sehr suspekt zu sein scheint. Jeder redet davon und zweimal habe ich sie aufgesucht, aber nicht gefunden. Ist das so ähnlich wie mit Bielefeld? 😀
Diesmal sah ich, kaum, dass ich in dem Strandkorb hockte, wie das Wasser auflief. Also, lange dauert das nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass manch ein Wattwanderer überrascht wird, der den Tidenkalender ignoriert.

Für die Möwen und anderen Seevögel begann ein Festessen. Alles wurde weggepickt, was aufgrund des nahenden Wassers den Kopf aus dem Watt steckte.
Eigentlich brauche ich nicht viel mehr als das Rauschen der Wellen, den Salzgeruch des Wassers, den Wind und das Geschrei der Möwen. Die langersehnte Ruhe überkam mich.

Entspannung pur

So einen Strandkorb hätte ich gerne auf meinem Balkon, als Ort der Ruhe und des Rückzuges. Ich könnte ja das Töchterchen mal fragen ob sie für mich zur Strandkorbversteigerung in St. Peter-Ording geht. Wenn man Glück hat, dann bekommt man einen bezahlbaren Kleinen. Aber, wie kommt der dann zu mir nach Leipzig?
Träumen kann man ja mal, gell?

Was mir besonders auf meiner Reise gefallen hat, war die Freundlichkeit und Unaufgeregtheit der Menschen „da oben“.
Schon im Zug „nach Hamburch“ wurden wir alle mit „Moin“ begrüßt und kurz vor Berlin spielte man ganz kurz das Lied aus der Kindelwerbung ein „Berlin – du bist so wunderbar“. (man kann danach „gockeln“ – es lohnt sich) Das bewirkte, dass keiner mufflig war. Alle waren gut drauf und blieben es.


Ich habe so viel erlebt in diesen Tagen. Bestimmt schreibe ich noch über

  • das Bogenschießen im Albersdorfer Steinzeitpark,
  • Snorre, den kleinen Seehund aus der Seehundstation in Friedrichskoog,
  • den Besuch im alten nordfriesischen Bauernhaus in Meldorf,
  • die schöne Stadt Husum und den Besuch bei Theodor Storm,
  • und – jetzt kommt es dicke – über das Brauereifest in Wacken mit der Mucke, die dahin passt. 🤘

Ein bisschen Zeit werde ich mir noch nehmen, weil jeder Bericht mir wie ein Abschluss vor kommt. Norddeutschland – meine Liebe, ich möchte die Eindrücke noch ein wenig festhalten.