Im Steinzeitpark in Albersdorf. Ich bin zum Jagen nicht geeignet.

zum Jagen ungeeignet - Textiles herstellen geht

Im Steinzeitpark in Albersdorf im Dithmarschen war ich schon einmal. Ich wollte aber unbedingt noch einmal hin, weil ich sehen wollte, was es Neues dort gibt und weil es mich einfach fasziniert, wie unsere Vorfahren ihr schweres Leben gemeistert haben. Es zeigte sich allerdings auch, dass ich zum Jagen nicht geeignet bin.

Schießen mit Pfeil und Bogen - zum Jagen ungeeignet Als ich das letzte Mal in Albersdorf war, haben wir Brot gebacken. Wir haben zwischen Steinen Korn gemahlen, Teig bereitet und auf einer Schieferplatte im offenem Feuer gebacken.
Diesmal stand Bogenschießen auf dem Programm. Ich habe mich schon bemüht, aber den Elch habe ich nicht getroffen. Zum Abendbrot hätte es Kräutersüppchen geben müssen. Damit kenne ich mich wenigestens aus. Ich war schon froh, dass meine Pfeile im Strohballen stecken blieben. Meine Vorgängerin schoss ihren Pfeil weit in die Prärie. Und dann war allgemeines Suchen angesagt. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin zum Jagen ungeeignet.

Meine Tochter aber, die war ganz geschickt. Da saß jeder Pfeil. Damit waren die Aufgaben verteilt: Ich werde das Feuer hüten und sie muss los, Spuren lesen, Elch auftreiben und eben auch mitbringen. 🙂

So einen Zaun, wie man ihn auf dem Foto sieht, wünsche ich mir im Garten. Mir fehlt aber leider das entsprechende Holz.

In meiner Lieblingshütte bewundere ich immer wieder, wie sich die Menschen in der Steinzeit eingerichtet haben. Hochbett, für Wildtiere unerreichbare Wandregale für Vorräte, eine Feuerstelle, die wahrscheinlich in der dunklen Jahreszeit auch als Lichtquelle diente und auch schon Körbe und vor allem Keramik. Sie mussten sich ständig etwas einfallen lassen. Wissen und etwas können sicherte das Überleben in der Gemeinschaft.

Jedesmal staune ich wieder über die Einfachheit des Gewichtswebstuhls, der immerhin Kleidung, Decken, Säcke entstehen ließ. Auch gesponnen hat man damals schon. Die Handspindel besteht aus einem Stab und einem Keramikwirtel. Solche Wirtel hatte man bei Ausgrabungen gefunden.
Irgendwer hat das Gespinnst und die Wolle fürchterlich zerzaust. Ich konnte nicht anders, hab die Wolle abgezogen, sortiert, die Fasern gerichtet und wieder angesponnen. Dann habe ich alles wieder fein an seinen Platz gelegt, so als wäre die Steinzeitspinnerin nur mal nach den Tieren schauen gegangen.

Hätte ich damals gelebt, dann würde ich auf dem Klotz sitzen, auf das lebensnotwendige Feuer aufpassen und, na?, … spinnen. Zum Jagen ungeeignet, aber warme Socken hätte ich den Jägern mitgeben können.

Oh, es gibt im Steinzeitpark viel zu entdecken. Wagen mit Rädern aus Holz z.B. oder Transportvorrichtungen für ordentlich große Steine, Findlinge. Wir erfuhren, wie sie damals ihre Siedlungsbewohner nach deren Tod behandelt haben, besuchten einen rituellen Versammlungsplatz und ein Labyrinth, gelegt aus Steinen. Mein Schwiegersohn lief das Labyrinth ab und meinte danach: „Faszinierend. Man geht, denkt nicht über den Weg und die Richtung nach, wird ganz ruhig und kommt dennoch zum Ziel.“ Ich glaube, da liegt schon der Sinn verborgen. Im Park kommt man sich vor wie auf einer Zeitreise.

Eines muss ich noch sagen: Der Park lebt auch durch die Arbeit vieler ehrenamtlicher Helfer. Und die meisten sind mit großer Freude dabei. Mit ihnen, dem Förderverein, der Gemeinde und dem Land, der Zusammenarbeit mit Universitäten u.a. ist etwas sehr Wertvolles entstanden. Und das finde ich gut.
Bei uns werden Förderungen gestrichen, Arbeitsgelegenheiten nicht mehr finanziert und gesagt, dass man das mal mit Ehrenamtlichen abdecken soll. Wisst ihr, ich war immer ein engagierter Mensch, bin das auch noch, aber alle Verantwortung einem Ehrenamt zuschreiben und denen, die es machen kaum Anerkennung zu geben, das ist zu wenig. Wenigstens „bestimmte amtliche Gängeleien“ sollte man diesen Menschen ersparen.