Tschüss Nord-Ostsee-Kanal, tschüss Norden. Ich komme wieder.

Am Nord-Ostsee-Kanal

Abschiede sind nie toll.
Am letzten Tag im Dithmarschen haben wir am Abend das Töchterchen abgeholt in Wacken. Man kann über die Autobahn gurken oder aber die Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal nehmen.

 

auf der Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal
Über diese Brücke fahre ich immer mit dem Zug nach Meldorf. Wenn der Kanal näher kommt, wird mein Hals immer länger. Und besonders freue ich mich, wenn Schiffe auf dem Kanal sind. Aus einer bestimmten Perspektive sieht es dann aus, als würden die Schiffe auf dem Feld abgestellt sein.
Heute also sehe ich die Brücke von unten. Ich bin auf dem Kanal.

Aus dem Auto bin ich gestiegen. Keine Ahnung, ob man das darf, aber ich bin ja nicht herumgeturnt, habe einfach nur da gestanden und geschaut. Für einen klitzekleinen Moment hatte ich das Gefühl, ich fahre dem Schiff hinterher, hinaus auf das Meer, welches ich so liebe. Genauso wie die Menschen, die hier wohnen.

Ich möchte mit!

Am nächsten Tag werde ich wieder über den Nord-Ostsee-Kanal fahren, mit dem Zug, über die Brücke, zurück nach Hause. Ich weiß nicht warum, aber hier oben, am Meer und bei der Tochter, kann ich immer jede Menge Kraft tanken. Es ist so viel, dass mich die Widrigkeiten, die mich in den nächsten Tagen zu Hause erwarten würden, gut überstehen konnte. Die Brunnengeschichte aus dem Garten wird mich also nicht aus der Bahn werfen, ich muss nur ein wenig anders planen und tun.

In der nächsten Zeit werde ich mich wieder meiner Wolle widmen, denn ich habe einige Ideen mitbringen können.

  • Solch dickes Garn will ich spinne, wie ich es in der Museumsweberei in Meldorf gesehen habe. Mein Spinnrad lässt das nicht zu. Ich werde mir einen neuen Spinnkopf kaufen müssen, mit großer Spule, großem Einzugsloch, aber  kleinerer Übersetzung. Ich werde mir das abknapsen müssen.
  • Mit dem Nadelbinden werde ich anfangen. Mal sehen, ob ich das mit den Kindern mal probieren kann.
  • Im Storm-Museum habe ich mir ein Büchlein gekauft, Sagen, Geschichten und Märchen aus Nordfriesland. Da ist eine kurze Geschichte drin, die mich nicht mehr los lässt. Die werde ich auf alle Fälle weitererzählen. Um das Butter machen geht es und ein Butterfass gibt es auch im Volkskundemuseum in Wyhra. Passt.

Das Töchterchen haben wir abgeholt in Wacken an diesem Abend, an dem sich der Himmel immer mehr eintrübte. Ha, ach ja, Wacken! Das ist auch so ein Ort, wo ich unbedingt mal hin wollte.
Was soll ich euch sagen? Ich war nun da, zum Brauereifest. Und da ging so richtig die Post ab mit einer Metalband, bei deren Musik auch ich nicht still stehen konnte. Andere auch nicht und die waren nicht mehr alle jung. Für bestimmte Dinge ist man eben nie zu alt, gell?

Am nächsten Tag sah ich den Nord-Ostsee-Kanal noch einmal, von der Brücke aus, von oben. Mir war reichlich wehmütig zu Mute, aber Zuhause warteten auch Freunde auf mich. Und von denen  und wie sie mein Leben bereichern erzähle ich das nächste Mal.