Waschmittel aus Kastanien, Vor- und Nachteile. Projekt „Selbstversorgung“.

Waschmittel aus Kastanien

Mein Projekt „Waschmittel aus Kastanien“ konnte beginnen. Einen ganz persönlichen Beitrag für die Umwelt will ich erbringen und durch Selbstversorgung meinen Geldbeutel entlasten. Ich kann gerade schlecht laufen und tragen, mich auch  nicht gut bücken und deshalb brachte mir ein Freund einen großen Beutel voller Kastanien nach Hause.
Und los ging die Verarbeitung und der Test.

Ich hatte davon gelesen, dass man aus Kastanien Waschmittel, Aufwaschmittel und anderes herstellen konnte. Ich fand das gut, d.h. ich war regelrecht begeistert. Waschnüsse, die auch eine Alternative zu herkömmlichen Waschmittel darstellen, muss man erst aus Indien heran karren. Umweltfreundlich ist das gerade nicht. Außerdem lässt unsere Nachfrage die Preise für Waschnüsse in Indien steigen, Monokulturen entstehen und gewaschen wird dort ommer mehr mit billigemn chemischen Waschmitteln. Kastanien wachsen reichlich bei uns, fast vor jeder Haustür.
Bei mir musste es jetzt passieren: Ich mach mir mein Waschmittel aus Kastanien selber und teste es auch, um die Vor und Nachteile zu erkunden.

Die Herstellung des Waschmittels aus Kastanien

Waschmittel aus Kastanien

  1. Die Kastanien habe ich zuerst gesäubert.
  2. Danach werden die Kastanien geviertelt und ca. 10 Stück in ein Schraubglas gegeben.
  3. Alles wird mit reichlich Wasser aufgefüllt und mindestens 8 Stunden (bei mir war es über Nacht) stehengelassen.
  4. Danach ist das Waschmittel schon fertig, einsatzbereit. Über den Waschmittelbehälter kann es in die Waschmaschine zur Wäsche gegeben werden. Es kann los gehen. Gewaschen wird wie immer.

Wieso kann man mit Kastanien waschen?

Kastanien als Waschmittel
Unsere Rosskastanien enthalten Saponine. Das Kernwort „sapo“ bedeutet Seife und bezeichnet eine wichtige Eigenschaft: Werden Saponine in Wasser gelöst so entsteht bei gleichzeitiger Schüttelbewegung Schaum, der auf Öl emulgierend wirkt. Saponine haben antibakterielle Eigenschaften und wirken gegen Pilze.
Ich habe meine aufgegossenen Kastanienstücke geschüttelt und der Schaum wurde sofort sichtbar. Wenn ich das nun einige Stunden ziehen lasse, dann müsste genug Wirkstoff in dem Wasser sein, dass ich damit waschen kann.

Die Nachteile

Waschmittel aius Kastanien herstellen und konservieren
Kastanien fangen schnell an zu schimmeln, wenn man sie nicht richtig behandelt. Da kann so manch einer ein Lied davon singen, der nach einer Weile die „Herbstschätze“ seiner Kinder im Kinderzimmer sieht. Deshalb habe ich die Kastanien verarbeitet, auch, weil ich mir einen Vorrat schaffen wollte. Das bringt einen gewissen Arbeitsaufwand mit sich.

Um Verfärbungen aus zu schließen, habe ich die Kastanien geschält, d.h. ich habe alle braunen und bräunlichen Schichten um die Frucht entfernt. Ob das nötig ist, weiß ich nicht, ich wollte sicher gehen.
Die Kastanienviertel habe ich in Scheiben geschnitten und mit einem großen Wiegemesser zerkleinert. Man kann eine Küchenmaschine nehmen, aber ich habe keine. Das Wiegen mit dem Messer war wunderbar meditativ und der Kraftaufwand hielt sich in Grenzen.

Die feinen und kleinen Stücke habe ich getrocknet, die Abwärme des Backofens genutzt und die Sonne der letzten warmen Tage. In Pappdeckel geschüttet und schön ausgebreitet, trocknet alles gut und kann eingelagert werden.

Nachteile – Zusammenfassung:

  1. Ich habe Verarbeitungsaufwand
  2. und ich muss mein Waschmittel am Vortage ansetzen

Die Vorteile des Waschmittel aus Kastanien

Die zähle ich jetzt mal einfach auf, denn ich habe damit gewaschen und war begeistert. Ich habe es bei Weißwäsche getestet, habe quasi den Härtetest gemacht.

  1. Das Waschmittel arbeitet zuverlässig. Die Weißwäsche war weiß, Verfärbungen gab es keine.
    (Hartnäckigen Flecken kann man im Vorfeld mit Gallseife zu Leibe rücken)
  2. Die Wäsche riecht neutral, wenn man nicht einige Tropfen ätherischen Öls dazu gibt.
    Ich habe auf Zusätze verzichtet, draußen getrocknet und die Wäsche roch nach Sauberkeit und Wind, so wie es mir immer gefiel, wenn meine Mutter damals die Betten frisch bezogen hatte.
  3. Weichspüler u.ä. bedarf es nicht. 
    Unsere Waschmittel sind alle für den Extremfall gemischt. Wenn wir keinen Weichspüler nehmen oder auf den Wäschetrockner nach dem Waschen verzichten, wird die Wäsche hart wie Brett. Das ist mit dem Waschmittel aus Kastanien nicht so. Sie ist und bleibt weich und griffig.
  4. Es gibt keine Rückstände in der Maschine.
    Die wird uns das danken und weiterer Zusätze, die das Waschen am Ende zur Chemiefabrik machen, bedarf es nicht.
  5. Keine Belastung des Grundwassers gibt es. Das Waschmittel aus Kastanien hinterlässt keine, ist ungiftig.
  6. Es schont den Geldbeutel.
  7. Getrocknet und zermalen kann man einen Vorrat anlegen.

Fazit:

Ich bin begeistert von der Art, mein Waschmittel selber herzustellen und meine Wäsche zu behandeln. Bei meinem Projekt „Selbstversorgung“steht jetzt schon im Kalender für nächstes Jahr „Kastanien sammeln“. Die Nachteile waren gering.
In diesem Jahr allerdings endete das Projekt einwenig traurig. Der Kastanienbaum steht genau neben der Stelle, wo die Proben aus dem Brunnen in der Gartenanlage entnommen wurden, mit dem nicht guten Ergebnis. Ich weiß nicht, wie sehr die Kastanien belastet sind, kann das auch nicht auf meine Kosten prüfen lassen. Vorsichtshalber habe ich alles entsorgt. Die ganze Arbeit war umsonst, aber im nächsten Jahr werde ich einen neuen Anlauf nehmen, mit unbelasteten Früchten.