Eine Schweinerei ohne Gleichen. Oder: Vektoren zur Sau machen.

Da habe wir ihn ja, den Übeltäter, der ins Uhrwerk kuckt, eben „wie das Schwein ins Uhrwerk“.

Ich hatte zu Weihnachten ein Buch beschenkt bekommen, „Zeichentrick-figuren leichtgemacht“ von Preston Blair. Das musste ich heute ausprobieren. Blair zeigt, wie er Zeichnungen aufbaut, nur, er zeichnet auf Papier und ich gleich im Vektorprogramm mit der Maus in der Hand in eine Datei. Um das Zeichentablett hatte ich mich wieder gedrückt, mit meiner asbachuralten Mac-Maus bin ich am Vertrautesten. (Ich glaube, die olle Maus muss der Jan mir mal wegnehmen. :D )

Ich habe mir heute gadacht, ich zeige mal, wie mein Schweinchen entstanden ist. Zumindest in groben Zügen.
Ich bin so froh, dass ich wieder angefangen habe zu zeichnen. Also los. Auf geht’s!

Der Anfang – oder die Planung der Zeichnung

Irgendwo, oder mit irgend etwas muss man anfangen. Das was da zu sehen ist, wird, Schweinchens Kopf werden. Eigentlich muss man ein Ergebnis im Kopf haben und das Bild dann auseinandernehmen, in einzelne Segmente. Man muss einfach so denken, wie sein Rechner, oder wie die Entwickler des Grafikprogrammes. Das ist das ganze Geheimnis. Wir haben einzelnen Flächen oder Konturen mit oder ohne Füllung. Und die werden so geordnet und zusammengesetzt bis sie unserem Ziel nahe kommen.

Auf der linken Seite, neben meiner Luftblase, sind meine Werkzeuge, das heißt, die Hauptauswahl. Ich habe Auswahlwerkzeuge, Zeichenwerk-zeuge, Bearbeitungswerkzeuge zur Verfügung und auch die Möglichkeit, Konturfarbe und Füllung zu wahlen. Viele Wege führen nach Rom, und jeder wird wahrscheinlich seine Lieblings-werkzeuge haben.

Ein Gruß an meinen Mathelehrer – und an seine Vektoren

Ist schon eine Weile her, aber in Vektorrechnung war ich mal ganz gut. Vielleicht, weil ich mir das alles ganz gut vorstellen konnte.

Unsere Blasen (jetzt ist noch Schweinebauch dazu gekommen) bestehen aus miteinander verbundenen Ankerpunkten. Das, was wie einzelne Schweineborsten herausgakelt sind Anfasser. Wenn ich die mit der Maus zu fassen bekomme und drehe, ziehe oder bis an die Kurve schiebe, verändere die Kurve.

Und das ist das Geniale: Ich kann aus einfachen Formen komplexe Dinge entstehen lassen und die Kurven so lange verändern, bis alles passt.
Zu guter Letzt kann ich mein „Kunstwerk“ ganz klein rechnen lassen, dass es auf eine Visitenkarte passt. Ich könnte aber auch meine Giebelwand damit bestücken. Und das ist der Hauptunterschied zum Pixelbild.

Proportionen planen und zeichnen

Proportionen einzuhalten fällt mir immer etwas schwer. Boshafte Mitmenschen in meiner Umgebung sagen, dass ich einen „Knick in der Optik“ habe. Aber, ich habe ja meine Vektoren, d.h. alles ist anpassbar und veränderbar, und ich habe ja Preston Blair und andere,  bei denen ich mir unheimlich viel abkucken kann.

So langsam nimmt das Schweinchen Gestalt an. Ohren, Augen, die Scheinenase, „Arme“ und Beine entstehen, immer noch aus einfachen Formen.

Jetzt ist der Punkt gekommen, wo es einen sackt. Man muss weiterzeichnen. Es läßt einen nicht mehr los. Der Anfang ist gemacht, das Ziel klar. Was jetzt kommt sind quasi nur noch die Schmeckerchen.

Das Finale

Es hat sich nur noch einwenig verändert, unsere Sau, die ins Uhrwerk schaut. Und das mit einem Hammer in der Hand.

Ich habe hier mal alles ausgewählt, weil man richtig schön die Vektoren sieht. Und die einzelnen Fläche, die in einer ganz bestimmten Reihenfolge übereinander liegen.
Bei der Verwaltung dieser Flächen hilft einem das Programm schon, und doch muss man wissen, was man tut. Ich kann mich noch sehr gut an meine erste Grafik und das selbstorganisierte Chaos erinnern, und an die Flächen, die ich schlecht geplant hatte und die sich nicht richtig anordnen ließen, weil ein „bisschen oben“ und ein „bisschen unten“ geht nun mal nicht.

Fertig!

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