Auf dem Weg in die Leipziger Nikolaikirche.

Nach Leipzig wollte ich. Und ich hatte es eilig.
Trotzdem musste ich unterwegs einmal absteigen vom Fahrrad. Endlich hatte sich die Blätter der Bäume am Radweg verfärbt. Im Sonnenlicht sahen sie golden aus. Goldener Herbst – jetzt hatte ich ihn endlich.

An diesem Tag war ich unterwegs in die Leipziger Nikolaikirche, jene Kirche, die zur Wendezeit Geschichte geschrieben hat, weil von ihr die Montagsdemonstrationen ausgingen. Überhaupt ein geschichtsträchtiger Ort. Am 25. Mai 1539 predigten Martin Luther und Justus Jonas der Ältere in der Kirche und begannen damit die Reformation in Leipzig. Johann Sebastian Bach hat hier 1724 seine Johannespassion uraufgeführt.
DasKirchengebäude gehört allein der evangelischen Kirche, aber es wird von beiden Konfessionen, also auch von der katholischen Propsteigemeinde zur Feier der sonntäglichen Messe und anderen Feiern genutzt.

Dorthin wollte ich also. Ich gehöre keiner Glaubensrichtung an, und meist fühle ich mich in Kirchen als störender Eindringling. Dort nicht. Vielleicht, weil diese Kirche immer für alle offen ist, sich selbst öffnet. Der Kirchenrat hatte ein Benefizkonzert zusammen mit der Flüchtlingshilfe Leipzig organisiert. Meine Tochter sang bei diesem Konzert im Chor des Abendgymnasiums Leipzig mit.

Comments are closed.