Der Stuhl für einen Freund steht schon da.

der Stuhl in der alten FabrikIrgendwann werde ich wieder in alte Fabriken einsteigen, auch noch einmal in die, über die ich schon berichtete. Manch einer mag nicht die Eisentreppen hinauf klettern. Für den gibt es ein Plätzchen, auf dem er sitzen und warten kann, das Gepäck hüten, Kippen vordrehen für die Raucher, seine Gedanken aufschreiben … Es ist doch ein ganz hübsches Plätzchen, nicht wahr?

Ich weiß inzwischen, wieso mich solch Altes, Verfallenes, Marodes, Verrostetes … so sehr anzieht, warum ich mit der Kamera gerne gerade in solchen Bereichen herumschleiche. Alles kann schön sein, wenn man es bei rechtem Licht betrachtet. Und das vermeintlich Schöne kann so langweilig werden.
Bei uns muss immer alles grandios sein, perfekt, vollkommen. Dem Ideal jagen wir nach, möchten ihm selber gerne entsprechen oder zumindest so scheinen. Bei dieser Jagd (Aufsuchen, Nachstellen, Fangen, Erlegen …) scheuen wir keine Mühe, uns darzustellen, zu vergleichen mit anderen, zu schauen, wo andere patzen, sofort zu reagieren, anzuklagen, … Warum?

Ach wisst ihr, ich sitze hier und plappere dummes Zeug. Dabei habe ich den Zeichenstift doch schon in der Hand.

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 Nachtrag: Für Freunde würde ich auch noch ein Sitzkissen für den Stuhl mitschleppen. Und eine Decke. Und ein Bemmchen. …

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