Herdenleben. Alle sind „anders“, aber keiner ist gleicher.

Herde aus Ziegen und Schafen

Was für eine Vielfalt! Interessant, nicht wahr?
Die „Herdenmitglieder“ stört es nicht im Geringsten, wie der Nachbar aussieht und wie er riecht, ob er zu den Ziegen gehört oder zu den Schafen. Und den Hütehund stört es auch nicht. Er passt auf alle auf. Da ist niemand gleicher.
Guckt mal, die kleine Scheckenziege da vorn!

Langhaar-Ziege

Langhaarige gibt es und Kurzfellige. „Langzottelig“ war ein Lieblingswort meiner Mutter, wenn sie über die damalige heutige Jugend schimpfte, also über mich heute Alte.
In der Mitte, das ist mein Bob Marley. Er hatte fast Rastas. Die alten Schäfer sagten, man soll seinen Tieren keine Namen geben, weil es dann um so schwerer fällt, sich irgendwann von ihnen zu trennen. Männer! Meine hatten Namen. Mit den Kreisläufen wollte ich nichts zu tun haben. Die Zeit, die blieb, wollten ich einfach nur leben und genießen. (Mmmm, ob ich auch einen Namen hatte?)
Der Kopfschmuck ist verschieden. Die mit den beachtlichen Hörnern hätten manches mal so ordentlich austeilen können. Haben sie aber nicht.

gross und klein

Große und Kleine gibt es. Da wird keiner zur Seite gedrängelt. Hielt sich jemand abseits, vielleicht, weil es ihm gerade mal nicht gut ging, dann wurde das akzeptiert. Nie habe ich es erlebt, dass sich die Ziegen und Schafe gnadenlos auf den Pelz rückten. Ein Lamm hieß Humpelchen. Es ging ihm gut, nur humpelte es eben einwenig. Wahrscheinlich war die Mutter nach der Geburt auf das Lammbein getreten. Asta, die Hütehündin, wartete immer geduldig, bis Humpelchen zur Herde aufschloss. Da wurde weder gedrängelt, noch gebissen. Abends nahmen die Mütter auch Humpelchen in die Mitte der Herde, so wie jedes andere Lamm.
Das Schwarzkopfschaf stört es nicht, dass das Ziegenkind anders riecht. Wahrscheinlich schmeckt es sowieso viel besser, wenn man gemeinsam essen kann.

schwarz und weiss

„Hier geht es zu wie im Kindergarten!“, sagt man manchmal und meint es nicht immer gut. Ungerecht ist das, denn die Kinder haben noch keine Vorurteile. Na klar gibt es da auch mal Streit, aber der ist nie anhaltend. Nachtragend sein lernt man erst später. Und auch das Nicht-verzeihen-können. Der allererste Freund meines Sohnes hatte dunkle Haut. Die Hautfarbe war nie ein Problem bei den beiden.
Schafe sind sehr soziale Tiere. Nur das Wohl und Wehe der Herde zählt.

geborgen sein

Es ist erstaunlich, wie die Kleinen, ob Ziege oder Schaf, sich schnell in das Herdenleben einfügten. Vielleicht liegt es daran, dass die „Alten“ ihnen geduldig beibrachten, was sie wissen müssen. Schabernack wurde geduldet und ganz ehrlich, wer einen Lämmerkindergarten beobachten kann, braucht keine andere Unterhaltung. Ich habe manchmal so herzhaft lachen können. Wurde es zu viel, gaben die Mütter Laut. Dann war aber auch Ruhe! Naja, bis zum nächsten Mal.

Pausenaufsicht im Lämmerkindergarten

Ich hätte gerne noch die „wilde Hilde“ gezeigt, Hermann, Julius und Paula, aber dann nimmt die Schaf-und-Ziegen-Bilder-Flut kein Ende mehr. Und so verabschiede ich mich mit einem Bild von der Liese, die hier gerade Pausenaufsicht hat. Unglücklich sieht hier keiner aus. Oder?

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