Ein Schatz „uff dem dürren Berge“. Besuch im Gradierwerk Bad Dürrenberg.

Gradierwerk in Bad Dürrenberg

Manchmal muss man nicht bis ans andere Ende der Welt reisen, um neue Sinneseindrücke zu erhalten und zu genießen. Ich hatte mich am Wochenende aufgemacht auf den dürren Berg, zum Gradierwerk in Bad Dürrenberg, gleich bei mir „um die Ecke“. Mit dem Auto ist es ein Katzenhüpf, es gibt aber auch neu ausgebaute Radwege durch eine sehenswerte Landschaft.

„Hall“ im Namen eines Ortes weist immer auf Salzgewinnung hin. Halle an der Saale zum Beispiel wurde 806 als Halla erwähnt. Halle steht bergmännisch für Sudhaus, Ort der Saline. Bei Bad Dürrenberg findet man den Zusatz „Hall“ im Ortsnamen nicht, denn die Salzgewinnung erfolgte dort recht spät. Halle an der Saale gehörte damals zu Preußen. Sachsen hatte das dringende Bedürfnis vom preußischen Salz unabhängig zu werden, denn wer Salz besaß, hatte Macht. Und so begann 1741 der kurfürstlich-sächsische Bergrat Johann Gottfried Borlach mit Borversuchen nach einer Solequelle.  Erst 1763 zeigten diese Bohrversuche Erfolg. Bewundernswert, diese Ausdauer und Beharrlichkeit. Seitdem sprudelt die Sole auf dem „dürren Berg“. Seit der Verleihung des Prädikates  „Bad“ im Jahr 1935 darf sich Dürrenberg „Bad Dürrenberg“ nennen.

Wollt Ihr mal mitkommen?

Blich auf den Kurpark

Das Gradierwerk besteht aus einem zwölf Meter hohem Konstrukt aus Holz. Die Wände sind aufgefüllt mit Reisigbündeln vom Schwarzdorn, also Schlehenzweigen. Wenn man nun die Sole nach oben pumpt und über die Schlehenzweige laufen lässt, bleiben unliebsame Ablagerungen an der Zweigen hängen, ein großer Teil des Wassers (vor allem bei mehreren Durchläufen) verdunstet und der Salzgehalt in der verbleibenden Flüssigkeit steigt. In der Salzsiederei brauchte man weniger Energie, um das reine Speisesalz zu gewinnen.
Ich weiß, das macht man nicht, aber ich konnte mich nicht beherrschen und musste mal kosten, ob es tatsächlich salzig an den Zweigen herab tropft.

Wusstet ihr, dass in Bad Dürrenberg Europas längstes Gradierwerk mit derzeit 638 m Länge steht? Von den ehemals fünf zusammenhängenden Gradierwerken sind drei erhalten geblieben und werden gepflegt und gehegt. Es überkommt einen eine wohltuende Ruhe, wenn man die Gänge entlang läuft, das Rieseln des Wassers hört und die salzhaltige Luft einatmen kann. Bänke laden zum Verweilen ein, und das wird von den Besuchern des Parkes auch gern angenommen.

Das Gradierwerk kann man auch von oben besichtigen und begehen. Das werde ich mir bald einmal gönnen. Beim nächsten Besuch.

Ablagerungen an den Schlehenzweigen und dem Holzkonstruktzwölf Meter hohe HolzkonstruktionKonstrukt aus Holz und Schlehenreisigbegehbare Wege im Gradierwerk

Nordseeklima durch das Verdunsten von SalzwasserSitzbänke laden zum Ruhen und erholsamen Atmen ein

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