In ganz alten Büchern gewühlt. Ein Loblied auf die Merinos und ihre Wolle.

MerinowolleMan sieht es, glaube ich, dass die Wolle sehr fein ist.
Ich habe gerade Merinowolle auf dem Spinnrad. Es ist einheimische Wolle von Schafen, die nicht durch Mulesing gequält wurden und die nicht, wenn sie „unwirtschaftlich“ geworden sind, auf Lebendtransporten zum Schächten gekarrt werden. (Ich verlinke das hier nicht. Menschen mit starken Magen können suchen lassen.)

Der Name der Schafe geht wahrscheinlich auf die Berberdynastie der Meriniden zurück, die 1150–1300 Schafe mit nach Spanien brachten. Diese Schafe waren die Zuchtgrundlage für das Merinoschaf mit eben dieser feinen, elastischen Wolle. Man merkte recht schnell, was man für einen Schatz gefunden hatte, denn auf die Ausfuhr dieser Schafe stand in Spanien die Todestrafe. Bis in das 18. Jahrhundert war die Monopolstellung Spaniens auf dem Sektor der Wollproduktion und daraus resultierender Reichtum garantiert. Erst im
18. Jahrhundert kamen Merinosschafe auch in andere Länder,  1765 auch eine kleine Herde nach Sachsen. Die sächsische Herde wurde in Spanien auf’s Schiff verladen, kam in Hamburg an und wanderte mit ihren Schäfern von dort unbeschadet nach Sachsen.

Ich habe ein altes Buch gefunden von Carl Pictet, Erfahrungen und Beobachtungen über die spanischen Merinos-Schafe, erschienen 1808 als Übersetzung aus dem Französichen, bei Christian Friedrich Wappler, Wien. Pictet hat die Merinos jahrelang beobachtet und beschreibt sie und ihre Wolleigenschaften sehr genau.
Es ist mir schon bewusst, dass sich seit Pictets Zeiten viel geändert hat und dass es bei den einheimischen Schafen heute weniger um die Wolle geht. Aber die, die jedes Jahr anfällt, sollte ihren Preis haben und geachtet sein, nicht nur die der Merinos. Sie ist es Wert.

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