Ein Geschenk der Natur. Des Schwarzdorns weiße Blüten. Wie schmeckt ein Tee aus Schlehenblüten?

Die Blüten des Schwarzdornes
Die Blüten des Schwarzdornes

Es wurde Zeit zum Sammeln. Der Schwarzdorn steht in voller Blüte. In diesem Jahr wollte ich es nicht verpassen, Schlehenblüten zu sammeln. Ein Freund meines Sohnes, den ich schon ganz lange kenne, eigentlich seit der Kindergartenzeit der beiden Jungs, wollte seine Fotoanlage draußen testen und so sind wir eben beide losgezogen. Er hat getestet und ich habe Schlehenblüten gepflückt. Gut ist es, wenn man einen schönen sonnigen Tag erwischt.

Fräulein Neugierde
Fräulein Neugierde

Wieder zu Hause, wollte ich zeigen und fotografieren, wie man Schlehenblüten-Elixier herstellt. Zuerst muste ich aber Fräulein Neugierig vertreiben. Zu naschen gab es für sie nichts, aber vielleicht erinnert sie sich noch daran wie es draußen roch in der großen Freiheit. Schlehenblüten duften angenehm, leicht nach Mandeln.

Für das Elixier gibt man Schlehenblüten in ein Schraubglas, tut zwei Eßlöffel Honig (möglichst flüssigen) dazu, füllt alles mit herben Weißwein auf und stellt das Glas mindestens eine Woche an einen hellen, warmen Standort. Das Gemisch sollte man ab und zu vorsichtig umrühren. Wenn es seine Zeit zum Ziehen hatte und sich der Honig vollständig aufgelöst hat, kann abgefiltert werden. Jeden Tag ein Likörgläschen voll soll gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen. Es regt den Stoffwechsel an, stärkt den Magen und soll jeden, der mit Erkältungen zu kämpfen hatte, wieder auf die Beine bringen. Ein Muntermacher im Frühling. Nicht schlecht!

Tee aus Schlehenblüten
Tee aus Schlehenblüten

Ganz besonders interessiert war ich aber an einem Tee aus frischen Schlehenblüten. Kompressen, in Schlehenblüten-Aufguss getänkt, helfen bei Hauterkrankungen. Eine innerliche Anwendung soll gut sein gegen Rheuma und Verdauungsbeschwerden.
Für den Tee gab ich zwei Teelöffel Schlehenblüten in ein Glas und übergoss sie mit ca 70°C-warmen Wasser. Heiß sollte das Wasser nicht mehr sein, weil es die Wirkstoffe zerstören würde. Auf den Aufguss gehört auf alle Fälle ein Deckel, damit sich nichts von den kostbaren Inhaltsstoffen verflüchtigen kann. Den Tee aus Blüten sollte man vorsichtshalber nicht überdosieren, da sie Spuren eines Blausäureglycoids enthalten. Viel hilft eh nicht viel.

Gut sieht es aus, wenn die Blüten im Aufguss schwimmen. Man muss nichts abgießen. Ich wollte aber vor allem wissen, wie der Tee schmeckt. Ihr auch?
Der Tee duftet und schmeckt nach Mandelmasse. Ein wenig erinnerte mich der Geschmack an meine Kindheit, wenn ich beim Backen in der Küche meiner Mutter die Schüssel „auskratzen“ durfte. Tee trinke ich ohne irgendwelche Süße und empfand den Geschmack dieses Aufgusses als sehr angenehm.
Wer möchte, den nehme ich gerne mal mit auf meine Kräuterwanderung. Sehr weit weg von meiner Lieblings-Großstadt ist das gar nicht.

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