Reste verwerten. Oder: Stricken aus Altkleidern.

Garn aus Stoffstreifen und Wolle
Garn aus Stoffstreifen und Wolle

Irgendjemand hatte gesagt, dass man alles mit dem Spinnrad verarbeiten kann, wenn es nur einigermaßen biegsam ist. Ich bleibe bestimmt bei meiner Schafwolle, aber ausprobieren muss ich natürlich alles, was mir gerade so in den Sinn kommt. Ich habe diesmal Stoffstreifen verarbeitet und mit Wollresten verzwirnt. Mein Spinnrad war an der Grenze des Machbaren angekommen, was die Garnstärke anbelangt. Wenn ich mir mal einen Spinnaufsatz für starkes Garn leisten kann, wäre das eine gute Gelegenheit, nicht mehr benötigte Stoffe zu verarbeiten.

Ein wenig bunt und ganz viel Schwarz: Das Garn „Nachtschwärmer“

Das Garn habe ich Nachtschwärmer genannt, weil es aus dem in Streifen geschnittenen Stoff eines schwarzen Shirts besteht. Verzwirnt habe ich mit einem Rest synthetischen Garns. Schon beim Verarbeiten erinnerte mich die Farbgebung an diffuses Licht in der Nacht. Bei dem Namen ist es dann auch geblieben.
Ich habe hier mit einer Stricknadel der Stärke 10 gearbeitet, der dicksten, die ich besitze. Das erinnerte mich an die Zeit als wir mit Kochlöffeln strickten, um so richtiges Grobstrick zu erreichen. Gerne hätte ich auch noch eine Häkelprobe gezeigt, aber ich besitze keine Teppichhäkelnadeln.

Bunt und auffällig unegal: Das Garn „Harlekin“

Für dieses Garn habe ich zwei alte Tücher in Streifen geschnitten. Eines war aus Seide, das andere aus Viskose. Beide wollte ich nicht mehr tragen, also wurden sie verarbeitet. Verzwirnt habe ich mit einem Rest relativ fest gesponnener Merinowolle. Unterschiedlicher konnten die Materialien wirklich nicht sein.  Durch die verschiedenen Stoffarten ergab sich kein gleichmäßiges Garn, sondern eines dessen Stärke variiert.

Ich muss sagen, dass beide verstrickten Garne etwas sehr Reizvolles hatten. Vorstellen kann ich mir das schon, dass aus meinen alten Shirts und Kleidern ein Badteppich entstehen kann.
Die Garnstreifen habe ich diesmal einfach aneinander geknotet. Man kann sie auch im Spinnrad so verdrehen, dass sich nichts löst. Vernähen wäre auch eine Option. Damit man die Strickprobe richtig sieht, habe ich die Knoten und Stoffenden auf die Rückseite genötigt. Näht man den Teppich auf eine Antirutschmatte, sind sie einfach weg. Ich finde die Verknoterei zwar etwas verrückt,  aber auch ganz sehenswert. Und deshalb zeige ich die Rückseite auch noch.

Knoten und Stoffenden beim Garn "Harlekin" - Rückseite
Knoten und Stoffenden beim Garn „Harlekin“ – Rückseite

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