Papier erduldet alles, sagt man. Deshalb gibt es heute ein Papiergarn.

Ich war auf die wahnwitzige Idee gekommen, Garn aus Papier herzustellen. Also schnitt ich mir aus einem Bogen ganz normalen Kopierpapieres einen langen Streifen. Das geht, indem man bis kurz vor die Kante einschneidet, nicht durchschneidet, sondern den Bogen wendet, außerhalb wieder ansetzt und wieder schneidet bis kurz vor die Kante. Den zweiten Papierstreifen schnippelte ich ebenso aus Backpapier.
Mein Spinnrad war mit dem Papier überfordert. Das Einzugsloch und die Haken am Spinnflügel waren viel zu klein. Da man mit allem Möglichen spinnen kann wie Stock, Stein, Spindeln, sah ich eine gute Gelegenheit, dies gleich auszuprobieren. Spinnen ist nichts anderes als ordnen/ ausziehen, verdrehen und dabei aufwickeln. Mir leistete mein alter Kochlöffel mal wieder gute Dienste.

Das Ergebnis waren zwei Knäuel aus verdrehten Papierstreifen.

Beide Papierknäuel habe ich nun zusammengedreht, genau anders herum als ursprünglich die Einzelstreifen. Das geht, indem man mit der linken Hand die Streifen hält, den Kochlöffel horizontal dreht und gleichzeitig das Garn aufwickelt.

Voilà! Fertig ist das Papiergarn.
Und was mache ich nun damit? Es wird ein Geschenk schmücken. Mir gefällt, dass es verrotten wird, wenn es seinen Zweck erfüllt hat. Es gammelt nicht Jahrzehnte auf einer Müllkippe herum. Aber jetzt zeige ich es einfach mal (und mache mich an das dritte und letzte etwas andersartige Garn).

Geschenk mit einer "Schnur" aus Papiergarn
Geschenk mit einer „Schnur“ aus Papiergarn

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