Ein Leipziger Kleinod. Der Grauwackesteinbruch zwischen Windorf und Großzschocher.

Rotkäppchens Wolf
Der Übeltäter mit dem großen Maul.

Er muss immermal als Übeltäter herhalten. Gut, er benimmt sich auch nicht immer ordentlich, frißt Großmütter und Rotkäppchen, und anderen Orts auch gleich sechs Geislein. Als man ihm aber dann eines Tages den nimmersatten Bauch voller Wackersteine packte, tat er mir fast leid. Tja, was rumpelte und pumpelte denn nun in seinem Bauch herum? Vielleicht Wacken aus dem Leipziger Grauwackesteinbruch?

Versteckt hinter einer alten Eisenbahntrasse in Leipzig-Plagwitz befindet sich einer der letzten offenen Grauwackesteinbrüche Leipzigs. Alle anderen wurden verfüllt und sind inzwischen bebaut. Seit dem 18. Jahrhundert bis kurz nach der Jahrhundertwende wurden hier Schotter und Grauwacke abgebaut. An manchen Häusern um den Felsenkeller in Leipzig sind noch solche Steine zu sehen und beim Bau des Karl-Heine-Kanals in Plagwitz und Lindenau dienten sie als Baumaterial. „Heine-Wacken“ nannte man sie im Volksmund. Jetzt dient der Steinbruch mit seinem über 500 Millionen Jahren alten Gestein der Forschung.
Mit dem Naturkundemuseum Leipzig kann man einen Termin für eine Führung ausmachen. Es sind bald Sommerferien, und ein Besuch in dem verwilderten Steinbruch könnte ein interessantes Ferienziel sein.

Wacke ist übrigens der veraltete Ausdruck für Wackerstein. Es war also schon ein moderner Wolf, der mit den vielen Wackersteinen im Bauch.

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