Mit jemand durch dick und dünn gehen, und gewollt „ungleich“ spinnen.

dick und dünn gesponnenes Garn
dick und dünn

Redewendungen machen mich immer neugierig. Wo kommen sie her?
Mit jemanden durch dick und dünn gehen! Um das berühmte Nadelöhr geht es nicht, durch das ein Kamel durch soll, und genau so wenig um Körpermaße. Das Wort „dick“ kommt von dem mittelniederdeutschen Wort „dicht“ (mittelhochdeutsch „dihte“), und bezieht sich auf die Vegetation zwischen zwei Orten. Damals gab es noch viel Wald und Dickicht, z.B. den Luckaer Forst, einen dichten Mischwald zwischen Altenburg und Leipzig. Wenn also jemand in mittelalterlichen Zeiten zum Schutz ein Stück des Weges mit ging, nicht nur über einsehbare Wiesen, sondern auch durch Wälder und Dickicht, dann war er mit einem durch dick und dünn gegangen, war mutig, verlässlich, ein Freund. Schließlich konnte im Dickicht so mancher „Strauchdieb“ lauern.
Die Wälder haben sich mancherorts ganz schön gelichtet, aber die Redewendung und der Sachverhalt sind geblieben.

Ich habe Garn gesponnen, welches nicht gleichmäßig stark ist, sondern dicke und dünne Stellen hat, nicht geplant, sondern einfach so, wie es Hand und Sinn in dem einen Moment vorgeben. Das ist gar nicht so einfach, weil man jahrelang geübt hat, keine Abweichungen zuzulassen. Jetzt musste ich beim Ausziehen des Garnes loslassen, damit die Verdickungen entstehen können, um im entscheidenden Moment wieder zu sperren und zu verdünnen. Drei Garnprojekte sind entstanden. Das erste war mir zu solide und ich beschloss, einwenig zu übertreiben, was Form und Farbe anbelangt. Jetzt bin ich dabei, alles aufzuarbeiten für das Buch, also Bilder zu bearbeiten, Texte und Anleitungen zu schreiben, Tipps zu gestalten, und eben auch nach kleinen Spinnradgeschichten zu suchen. Dann wird wieder ein Abschnitt fertig sein.

 

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