Die Kraft der Sonne speichern um sie im Winter abgeben zu können. Willkommen und Abschied.

Naja, mit Sonne ist heute nicht viel. Ich hatte eher das Gefühl, dass es nicht richtig hell werden wollte. Dicke Quellwolken bedecken den Himmel und es ist unerträglich heiß und schwühl. „Eene Dämse und dichdsch diessch“, würden die Altleipzscher sagen.

Irgendwie passt das trübe Wetter ein wenig zu meiner Stimmung.
Meine Kinder sind wieder in ihr Zuhause gefahren, bzw. auf dem Weg dahin. Es ist so schön, wenn sie da sind, aber ich hasse diese Abschiede sehr. Da sitze ich schon mal in der Straßenbahn und heule vor mich hin, wenn ich vom Bahnhof alleine wieder nach Hause fahre. Möglichkeiten zur Kommunikation gibt es ja inzwischen viele, aber das ist nie so, als wenn man seine Kinder wirklich vor sich sitzen hat.

Kinder?
Für mich werden sie das wohl immer bleiben, obwohl sie alle drei selbstbewußte Erwachsene geworden sind. Was habe ich damals gewettert, wenn schon morgens die Streitereien zwischen ihnen lautstark begannen. Wahrscheinlich ist aber genau das eine gute Möglichkeit, Auseinandersetzungen zu üben. Jeder lernt sich durchzusetzen und jeder bekommt es aber auch unmittelbar zu spüren, wenn er im Fettnapf stand. Der gute Ton bei Streitgesprächen muss genauso geübt werden wie das Entschuldigen, wenn man sich in der Hitze des Gefechts im Ton vergriffen hat. Wenn sich mein Sohn jetzt freut, dass er seine Lieblingsschwestern sehen kann, dann zaubert das ein Lächeln nicht nur auf mein Gesicht.

Ich werde mich jetzt erstmal wieder auf meine nächsten Aufgaben konzentrieren. Eine Liste liegt schon auf meinem Schreibtisch. Heute habe ich erst einmal alle getrockneten Kräuter verpackt, nehme jetzt meinen Stift und zeichne Etiketten für meine Kräutergläser und auch für die Flaschen mit dem Basilikumöl.

Draußen grummelt es jetzt hörbar, und meine Katze sitzt schon vorsichtshalber im Schrank.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.